Baden-Württemberg

Kontroverse um neuen Altar in der Basilika Weingarten

In Weingarten stößt die geplante Neugestaltung des Altarraums der Basilika St. Martin auf Widerstand. Strittig sind Beteiligung, der Umgang mit der Heilig-Blut-Reliquie und die Kosten.

In Weingarten sorgt die geplante Neugestaltung des Altarraums der Basilika St. Martin für Widerspruch. Nach Angaben der Pfarrgemeinde sollen Entwürfe für einen neuen Volksaltar im Herbst 2026 der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Prüfung vorgelegt werden. Laut SWR Aktuell werden die Kosten der Maßnahme derzeit mit rund 150.000 Euro veranschlagt; ein Baubeginn 2027 ist in Aussicht gestellt.

Die Debatte entzündet sich an drei Punkten. Erstens an Beteiligung und Transparenz: Kritiker bemängeln, zentrale Weichenstellungen seien in nicht-öffentlichen Gremien getroffen worden; der öffentliche Austausch über Ziele und Auswirkungen der Umgestaltung sei unzureichend. Zweitens am Umgang mit der Heilig-Blut-Reliquie: Eine Petition fordert, die historische Anordnung im Chor unverändert zu erhalten. Befürworter des Status quo warnen, eine Verlagerung könne die gewachsene Gottesdienst- und Wallfahrtspraxis beeinträchtigen. Drittens an denkmalpflegerischen Fragen: Die Basilika Weingarten ist ein bedeutendes Barockbauwerk; Eingriffe in Ausstattung und Raumordnung stehen unter besonderer fachlicher Abwägung.

Die Pfarrgemeinde St. Martin Weingarten verweist in Informationsunterlagen auf laufende Überlegungen zur liturgischen Erneuerung des Raumes. Ziel sei eine stimmige Ordnung des Altarraums mit zeitgemäßer liturgischer Nutzung; Details zur Position von Altar und Reliquie seien noch Gegenstand der Planung. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart prüft den endgültigen Entwurf im regulären kirchenrechtlichen Verfahren. Von verbindlichen Entscheidungen über konkrete Umsetzungen ist bislang nicht die Rede; nach derzeitigem Stand sind weitere Gespräche mit kirchlichen Gremien und der Denkmalpflege vorgesehen.

Hintergrund ist eine seit 2021 laufende Generalsanierung in Bauabschnitten. Sie umfasst bautechnische Sicherungen und restauratorische Arbeiten und wird von kirchlichen Trägern sowie öffentlichen Zuwendungsgebern in Baden-Württemberg mitgetragen. Vor diesem Rahmen werden auch Eingriffe in den liturgischen Bereich diskutiert. Nach pfarrlichen Angaben liegen erste konzeptionelle Entwürfe vor; eine abschließende Variantenwahl und die Kostendetaillierung stehen noch aus.

Fakten, Bewertungen und Prognosen sind zu trennen: Bestätigt sind der Planungsstand, die anstehende Vorlage eines Entwurfs im Herbst 2026 und die grobe Kostenschätzung. Zugeschriebene Aussagen betreffen die Kritik an Verfahrenstransparenz und den Wunsch, die Heilig-Blut-Reliquie in der bisherigen Fassung zu belassen. Offen bleibt, ob und in welcher Form die Umgestaltung umgesetzt wird. Als nächste Schritte gelten Anhörungen, die diözesane Genehmigung und gegebenenfalls eine Ausschreibung – mit einem möglichen Baubeginn im Jahr 2027.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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