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Körber-Preis 2026 geht an Zellbiologin Sara Wickström

Die finnische Zellbiologin Sara Wickström hat im Hamburger Rathaus den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft erhalten – für Arbeiten zur mechanischen Wahrnehmung der Zellumgebung.

Die finnische Medizinerin und Zellbiologin Sara Wickström ist am 18. September 2026 im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses mit dem Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft ausgezeichnet worden. Die Körber-Stiftung ehrte sie für Entdeckungen zu bislang unbekannten Mechanismen, mit denen Zellen ihre Umgebung wahrnehmen und mechanische Signale bis in den Zellkern weitergeben. Das Preisgeld beträgt eine Million Euro.

Wickström ist Direktorin am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und Professorin an der Universität Helsinki. Nach Darstellung der Körber-Stiftung zeigte ihre Forschung, dass physische Kräfte auf Gewebeebene über spezifische Signalwege Veränderungen in der Chromatinstruktur und in der Genexpression auslösen können. Damit trug sie dazu bei, die Rolle mechanischer Reize als Teil des zellulären Informationsflusses genauer zu fassen.

Die Auszeichnung würdigt eine Reihe experimenteller Arbeiten aus Wickströms Labor und kooperierenden Gruppen, die Methoden aus Zellbiologie, Biophysik und Genomik verbinden. Demnach lassen sich Zellzustände nicht nur durch chemische Botenstoffe, sondern auch durch die mechanische Mikroumgebung steuern. Fachleute verweisen zugleich darauf, dass die Übertragung solcher Grundlagenbefunde in klinische Anwendungen zusätzliche Validierung in geeigneten Modellsystemen erfordert.

Die Körber-Stiftung betont mögliche Anwendungsfelder der Erkenntnisse in der Regenerationsmedizin, etwa bei der Wundheilung, sowie in der Erforschung altersbedingter Gewebeveränderungen und der Tumorbiologie. Perspektivisch könnten neue diagnostische Marker oder Therapiestrategien entstehen, die die mechanische Umgebung von Zellen gezielt berücksichtigen. Konkrete klinische Verfahren lassen sich daraus jedoch noch nicht ableiten.

Der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft wird jährlich in Hamburg verliehen und zählt zu den höchstdotierten Forschungsauszeichnungen in Europa. Das Preisgeld ist überwiegend für die weitere wissenschaftliche Arbeit und deren Vermittlung vorgesehen. An der Zeremonie nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik teil.

Mit der Vergabe an Wickström rückt die mechanische Dimension der Zellbiologie erneut in den Fokus einer breiteren Fachöffentlichkeit in Deutschland und Europa. Die Arbeiten legen nahe, dass das Zusammenspiel von biophysikalischen Kräften und genetischen Programmen grundlegender für die Gewebehomöostase ist, als lange angenommen. Dies eröffnet Forschungspfade, um Krankheitsprozesse besser zu verstehen – von der fehlerhaften Gewebereparatur bis zur Metastasierung von Tumoren.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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