Kurzmeldung
Das Landgericht Berlin I sprach am 8. Juli 2026 ein Urteil gegen einen 41-jährigen Palliativarzt: Verurteilt wurde er wegen 15-fachen Mordes, das Gericht verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, Sicherungsverwahrung sowie ein lebenslanges Berufsverbot. Den Angeklagten belasteten nach der Urteilsbegründung insbesondere ein hohes Maß an Planung, das Ausnutzen des Vertrauens schwerkranker Menschen und die Vielzahl der Opfer. Nach Angaben der Gerichts- und Pressemitteilungen ereigneten sich die Taten zwischen September 2021 und Juli 2024; die Opfer waren überwiegend in ihren Wohnungen betroffen, einmal in einem Hospiz. Als Tatmittel nannte die Kammer Injektionen mit einer Kombination aus sedierenden und muskelrelaxierenden Substanzen, die binnen kurzer Zeit zum Atemstillstand führten. Die Vorsitzende Richterin betonte, es handele sich nicht um Sterbehilfe: Die Opfer seien arg- und wehrlos gewesen. Die Verurteilung basiert auf Zeugnisvernehmungen, forensischen Ergebnissen und Teilgeständnissen des Angeklagten.
Parallel zum Strafverfahren führt die Staatsanwaltschaft Berlin weitergehende Ermittlungen: Gegenstand der Sichtung sind nach eigenen Angaben 76 weitere Todesfälle aus dem Patientenkreis des Verurteilten; weitere Anklagen werden als möglich bezeichnet. Im Vorfeld der Ermittlungen hatten Mitarbeitende eines Palliativdienstes Auffälligkeiten gemeldet, was zu Exhumierungen und toxikologischen Untersuchungen führte; in mehreren Fällen wurden pharmakologische Substanzen nachgewiesen. Der Beschuldigte war im August 2024 am Flughafen BER festgenommen worden. Die Verteidigung hat Revision angekündigt; ein Verfahren vor dem Bundesgerichtshof wäre damit möglich.
Der Fall hat Auswirkungen auf die Praxis der Palliativmedizin in Berlin: Einrichtungen überprüfen Dokumentation, Aufsicht und Meldewege, Fachgesellschaften beraten über präventive Maßnahmen in der ambulanten Versorgung. Konkrete Änderungen von Regularien oder Leitlinien stehen noch aus; die Behörden kündigten an, Ermittlungs- und Prüfergebnisse zu gegebener Zeit zu veröffentlichen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).