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Lauterbach: Zahl der Hitzetoten in Deutschland „eher unterschätzt“

SPD-Politiker Karl Lauterbach hat im Deutschlandfunk erklärt, die derzeit kursierenden Schätzungen zu hitzebedingten Todesfällen in Deutschland seien vermutlich zu niedrig. Er verweist auf jüngste Auswertungen des Robert‑Koch‑Instituts und fordert mehr Prävention für vulnerable Gruppen.

Karl Lauterbach hält die Zahl der in Deutschland an den Folgen extremer Temperaturen Gestorbenen für „eher unterschätzt“. Der SPD-Politiker sagte am 20. August 2026 im Deutschlandfunk, die gesundheitlichen Risiken der Hitze würden noch immer nicht ausreichend berücksichtigt. Er forderte mehr Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen, insbesondere zum Schutz vulnerabler Gruppen in Pflegeeinrichtungen, Kliniken und im ambulanten Bereich.

Anlass sind jüngste Wochenanalysen des Robert‑Koch‑Instituts, das anhand von Sterberegistern und Temperaturdaten die zusätzliche Sterblichkeit während Hitzewellen schätzt. Das Institut weist darauf hin, dass es sich um statistische Schätzungen handelt: Auf Totenscheinen wird Hitze selten als unmittelbare Ursache dokumentiert, weshalb die Methode auf der berechneten Übersterblichkeit beruht – also der Abweichung der tatsächlichen Todesfälle vom erwartbaren Niveau. Für den bisherigen Sommer 2026 berichten die RKI-Auswertungen über mehrere tausend zusätzliche Todesfälle, die mit Hitzewellen in Zusammenhang stehen dürften.

Die Spannbreite der Zahlen in der öffentlichen Debatte erklärt sich durch unterschiedliche Zeiträume und Aktualisierungen: Während das Robert‑Koch‑Institut zeitnah mit vorläufigen Daten arbeitet, veröffentlichen das Statistische Bundesamt und einzelne Bundesländer teils später bereinigte Auswertungen. Differenzen sind dadurch möglich, ohne dass sie zwingend methodische Fehler bedeuten. Fachleute verweisen zudem darauf, dass sich Hitzestress häufig als Verstärker bestehender Erkrankungen auswirkt und deshalb in der Todesursachenstatistik nicht eindeutig zugeordnet wird.

Lauterbachs Forderungen nach stärkerer Koordination reihen sich in ähnliche Appelle von Ärzteverbänden ein. So drängt die Bundesärztekammer seit längerem auf verbindliche Hitzeaktionspläne, klare Zuständigkeiten und standardisierte Informationsketten – etwa für Pflegeheime, Kliniken, Rettungsdienste und den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Diskutiert werden außerdem bauliche Maßnahmen und eine bessere Kühlinfrastruktur für besonders belastete Einrichtungen.

Politisch wächst damit der Druck, bestehende Präventionsansätze zu konkretisieren und auszubauen. Konkrete neue Beschlüsse auf Bundesebene wurden zunächst nicht bekannt. Klar ist: Je nach Dauer und Intensität künftiger Hitzewellen können die vorläufigen Schätzwerte weiter steigen oder durch nachträgliche Meldungen korrigiert werden. Der Umgang mit Hitzerisiken bleibt damit eine laufende Aufgabe von Gesundheitswesen und Katastrophenschutz – mit unmittelbaren Folgen für Planung, Personal und Finanzierung in den betroffenen Bereichen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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