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Mann+Hummel ruft Einigungsstelle im Streit um Werksschließung in Speyer an

Der Filterhersteller Mann+Hummel hat am 28. Oktober 2026 angekündigt, wegen festgefahrener Gespräche zur geplanten Schließung des Werks Speyer eine Einigungsstelle anzurufen.

Der Filterhersteller Mann+Hummel hat am 28. Oktober 2026 angekündigt, wegen festgefahrener Gespräche zur geplanten Werksschließung in Speyer eine Einigungsstelle anzurufen. Das Unternehmen mit Sitz in Ludwigsburg bestätigte, dass Arbeitgeberseite und Betriebsrat bei zentralen Punkten nicht zusammengekommen sind. Strittig sind insbesondere die Ausgestaltung eines Sozialplans sowie der Umgang mit einem Alternativkonzept zur Standortsicherung, das der Betriebsrat gemeinsam mit der IG Metall vorgelegt hatte.

Mann+Hummel hatte im September 2026 die Absicht bekannt gegeben, die Produktion am Standort Speyer bis Ende 2028 auslaufen zu lassen und Aufgaben an andere Standorte oder ins Ausland zu verlagern. Nach bisherigen Angaben sind rund 600 Arbeitsplätze betroffen. Das Unternehmen verweist auf das wirtschaftliche Umfeld und interne Restrukturierungsziele; der Betriebsrat kritisiert unzureichende Kommunikation und eine Verlagerung von Arbeit ins Ausland.

Die Einigungsstelle ist ein gesetzlich vorgesehenes Gremium, das eingeschaltet wird, wenn sich Arbeitgeber und Betriebsrat in mitbestimmungspflichtigen Fragen nicht einigen. Ihr Spruch kann die fehlende Einigung ersetzen und ist grundsätzlich verbindlich; arbeitsgerichtliche Überprüfungen bleiben in rechtlichen Fragen möglich. Ein konkreter Termin für die Einsetzung oder den Beginn des Verfahrens lag am Tag der Ankündigung noch nicht vor.

Parallel erhöhten Beschäftigte und Unterstützer den Druck mit Aktionen vor dem Werk. Am 28. Oktober fand ein Autokorso in Speyer statt, mit dem gegen die Schließungspläne protestiert wurde. Die IG Metall kündigte an, die Belegschaft weiter zu unterstützen und tarifpolitische Schritte zu prüfen, sollte es zu keiner befriedigenden Einigung kommen. Von Unternehmensseite wurden darüber hinaus keine neuen inhaltlichen Vorschläge bekannt.

Für die Belegschaft ist neben möglichen Kündigungen und Transfermaßnahmen offen, wie Qualifizierung, Abfindungen, Versetzungen und Härtefallregelungen konkret ausgestaltet werden. In der Einigungsstelle dürfte es zunächst um Verfahrensfragen, den Verhandlungsgegenstand und Fristen gehen. Ob das Gremium an der Grundsatzentscheidung zur Werksschließung noch etwas ändert, ist offen; regelmäßig bezieht sich die Spruchtätigkeit auf mitbestimmungspflichtige Ausführungsfragen. Weitere öffentliche Verhandlungstermine waren zuletzt nicht terminiert, erste Signale zum Zeitplan werden in den kommenden Tagen erwartet.

SWR Aktuell berichtete am Dienstag über die Anrufung der Einigungsstelle. Regionale und bundesweite Gewerkschaftsgliederungen hatten den Konflikt bereits zuvor aufgegriffen und um Unterstützung für die Beschäftigten in Rheinland-Pfalz geworben.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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