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Max-Planck-Institut München meldet Fund von rund 6.000 Hirnschnitten

Bei einer Bestandsaufnahme im Archiv des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München sind im Oktober 2026 rund 6.000 mikroskopische Hirnschnitte entdeckt worden. Die Max-Planck-Gesellschaft kündigt systematische Provenienzforschung mit externen Fachleuten und Opfervertretungen an.

Kurzmeldung

Im Archiv des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München sind im Oktober 2026 nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft rund 6.000 mikroskopische Hirnschnitte aufgefunden worden. Die Präparate stammen aus historischen Sammlungen, deren Herkunft nicht vollständig dokumentiert ist. Nach erster Einschätzung könnten Teile der Funde aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen. Die Institution machte den Fund öffentlich und leitete eine systematische Überprüfung ein.

Zunächst sollen die Objektträger vollständig inventarisiert, konservatorisch gesichert und archivisch sowie forensisch geprüft werden. Ziel ist, die Provenienz zu klären und festzustellen, welche Präparate mit nationalsozialistischen Verbrechen, darunter den als „Euthanasie“ bezeichneten Morden, in Verbindung stehen könnten. Namen von Betroffenen und gesicherte Opferzahlen will die Max-Planck-Gesellschaft erst nach abgeschlossenen Prüfungen veröffentlichen.

Für die Untersuchung werden externe Historikerinnen und Historiker, Archivfachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter von Opferverbänden einbezogen. Die Gesellschaft betont Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und die enge Zusammenarbeit mit Gedenk- und Forschungseinrichtungen. Festgelegt werden sollen Regelungen zum Umgang mit identifizierbaren menschlichen Überresten, zur Dokumentation der Ergebnisse und zu Formen einer würdigen Gedenkarbeit.

Der Fund fügt sich in länger laufende Revisionen wissenschaftshistorischer Sammlungen in Deutschland ein. Bereits in den vergangenen Jahren hatten Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft ihre Bestände auf problematische Provenienzen geprüft und teilweise neu kontextualisiert. Die jetzt bekannt gewordenen Hirnschnitte erweitern diese Arbeit um einen substantiellen Komplex, der sowohl wissenschaftshistorische als auch ethische und rechtliche Fragen aufwirft.

Offen ist insbesondere, in welchem Umfang einzelne Präparate eindeutig zugeordnet werden können. Davon hängen Benachrichtigungen von Nachfahren, mögliche Formen der Rehabilitierung und Entscheidungen über Bestattung oder andere Formen des würdigen Umgangs ab. Die Max-Planck-Gesellschaft kündigte an, Zwischenergebnisse zu veröffentlichen, sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen.

Die Entdeckung ist von bundesweiter Relevanz, berührt sie doch grundlegende Fragen des verantwortlichen Umgangs mit Hinterlassenschaften eines verbrecherischen Regimes in wissenschaftlichen Sammlungen. Sie setzt zugleich Maßstäbe für Transparenz, Beteiligung von Opfervertretungen und die künftige Praxis der Provenienzforschung in Deutschland.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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