Der Medizinische Dienst hat am 20. August 2026 seine Jahresstatistik 2025 zur Begutachtung mutmaßlicher Behandlungsfehler in Deutschland veröffentlicht. Nach übereinstimmenden Berichten und den Angaben der Institution wurden im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Behandlungsfehler bestätigt. In 97 Fällen war ein Fehler ursächlich oder mitursächlich für den Tod des Patienten. Die Zahl der tödlichen Verläufe liegt damit höher als im Vorjahr.
Die Statistik bezieht sich ausschließlich auf Fälle, die von Krankenkassen an die regionalen Medizinischen Dienste zur fachärztlichen Prüfung gegeben wurden. Sie ist daher kein vollständiges Lagebild aller Vorkommnisse, sondern dokumentiert den Ausschnitt der von den Kassen veranlassten Begutachtungen. In den Auswertungen wird zwischen einem bestätigten Behandlungsfehler, einem festgestellten Schaden und der Kausalität des Fehlers für diesen Schaden unterschieden. Der Medizinische Dienst und Fachstellen weisen regelmäßig auf eine Dunkelziffer hin: Nicht jeder Vorfall wird gemeldet, und nicht jeder Verdachtsfall führt zu einer Begutachtung.
Die geprüften Sachverhalte reichen von stationären Operationen über internistische und orthopädische Behandlungen bis zu ambulanten und zahnmedizinischen Leistungen. Regionale Auswertungen einzelner Medizinischer Dienste ergänzen die bundeseinheitlichen Zahlen, sie sind jedoch methodisch an die gleiche Grundlogik gebunden: Bestätigung eines Fehlers, Bewertung des eingetretenen Schadens und Prüfung des ursächlichen Zusammenhangs.
Politik und Fachgesellschaften diskutieren seit Längerem, wie die Patientensicherheit systematisch gestärkt werden kann. Im Raum stehen Forderungen nach transparenteren Melde- und Lernsystemen, darunter die verpflichtende Erfassung schwerer, vermeidbarer Ereignisse (Never Events) sowie der Ausbau eines zentralen Melderegisters. Befürworter betonen, dass verlässlichere Daten Voraussetzung für gezielte Prävention und Qualitätssicherung sind. Kritiker verweisen auf unterschiedliche Definitionen, die Vergleichbarkeit und Schlussfolgerungen aus Einzelfallzahlen erschweren.
Für die Einordnung der nun vorgelegten Jahresstatistik 2025 gilt: Die Zahlen dokumentieren die Ergebnisse der Begutachtungen des Medizinischen Dienstes in Deutschland und bilden damit vor allem das von den Krankenkassen angestoßene Prüfgeschehen ab. Unabhängige redaktionelle Berichte – etwa von Tagesschau und Deutschlandfunk – ordnen die Daten als wichtigen, aber nicht abschließenden Indikator für die Lage der Patientensicherheit ein.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).