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Mehr als zwei Jahre nach Inkrafttreten: Gemischte Bilanz zur Teillegalisierung von Cannabis

Aktuelle Behördenzahlen und der zweite Zwischenbericht der Evaluation zeigen weniger Strafverfolgung und stabile Konsummuster – zugleich bleiben Versorgungslücken und Schwarzmarktaktivitäten bestehen.

Mehr als zwei Jahre nach Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Der am 1. April 2026 vorgelegte zweite Zwischenbericht der Evaluation sowie jüngste Behördenangaben, darunter die Zoll-Jahresbilanz 2025, weisen auf eine deutliche Entlastung von Polizei und Justiz hin, ohne dass sich der Cannabiskonsum in der Bevölkerung erkennbar sprunghaft erhöht hätte. Zugleich bleiben legale Versorgungswege lückenhaft, und der Schwarzmarkt verliert bislang nur schrittweise an Bedeutung.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet seit der Entkriminalisierung kleiner Mengen spürbar weniger erfasste Cannabisdelikte. Das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung bestätigt im DIW Wochenbericht 13/2026 einen Rückgang registrierter Fälle von 2023 auf 2024 und ordnet dies als unmittelbare Folge veränderter Rechtsdurchsetzung ein. Damit fallen Kapazitäten bei den Ermittlungsbehörden frei – ein intendierter Effekt des Gesetzesvollzugs.

Bei den Konsumtrends deuten mehrere Indikatoren auf Stabilität. Bevölkerungsbefragungen, Abwasseranalysen und der REITOX-Jahresbericht 2025 zeigen bislang keine kurzfristige, im großen Stil erfolgende Zunahme der 12-Monats-Prävalenz. Aussagen zu mittel- und langfristigen gesundheitlichen Folgen bleiben jedoch vorläufig; die Begleitforschung sammelt und veröffentlicht fortlaufend weitere Daten, die differenzierte Bewertungen nach Altersgruppen und Konsummustern ermöglichen sollen.

Herausfordernd bleibt die legale Versorgung. Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verweisen auf gestiegene Importe von Medizinalcannabis 2024/2025, während der Zoll weiterhin relevante illegale Einfuhren bilanziert. Wo Anbauvereinigungen noch nicht flächendeckend etabliert sind, entstehen Versorgungsengpässe; kommunale Modellvorhaben der zweiten Säule befinden sich teils erst in Vorbereitung. Dies erschwert eine rasche Verdrängung illegaler Angebote.

Fachverbände und Expertinnen plädieren daher für gezielte Nachsteuerungen: beschleunigte, zugleich strikt überwachte Genehmigungen für Anbauvereinigungen, klarere Qualitäts- und Rückverfolgbarkeitsstandards entlang der legalen Lieferketten sowie präzisere Präventionsangebote mit Fokus auf Jugendschutz und problematischen Konsum. Auch engere Kontrollen gegen Produktverfälschungen im illegalen Markt werden genannt.

Politisch bleibt die Lage dynamisch: Das Bundesgesundheitsministerium wertet die Evaluationsdaten fortlaufend aus und berät mit Ländern und Kommunen über mögliche Anpassungen in Vollzug, Prävention und Aufsicht. Ob und in welchem Tempo die legalen Strukturen den Schwarzmarkt weiter zurückdrängen, hängt maßgeblich von deren Verfügbarkeit, Qualitätssicherung und Preisrelationen ab – Punkte, die die nächste Datenrunde der Evaluation und kommende Behördenbilanzen schärfer konturieren dürften.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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