Ranger im Nationalpark Bayerischer Wald haben am vergangenen Wochenende im Gipfelbereich des Lusen und entlang des Aufstiegs über die Himmelsleiter erneut ungewöhnlich viel Müll eingesammelt. Nach Angaben des Rangers Lothar Mies kamen auf einer Streife allein auf dem Anstieg mehr als 130 Papiertaschentücher zusammen, auf dem Rückweg nochmals rund 60. Auch Hundekotbeutel, Zigarettenstummel, Getränkedosen und weiterer Plastikabfall wurden vermehrt gefunden. An Parkplätzen, darunter am Zwieslerwaldhaus, beseitigten Mitarbeitende zudem Windeln, Schuhe und Kartonagen.
Die Nationalparkverwaltung ordnet die Funde als kurzfristige Zunahme der Müllbelastung auf stark frequentierten Wegen ein. Sie betont, dass das Schutzgebiet auf das Mitnahmeprinzip setzt: Abfalleimer gibt es nur an wenigen Punkten, weil sie in sensiblen Bereichen zu zusätzlichem Müllaufkommen führen und teure Entsorgungsketten erzwingen würden. Das Einsammeln größerer Mengen am Wegesrand binde Personal, das eigentlich für Besucherbetreuung und Umweltbildung vorgesehen ist.
Ökologisch problematisch sind nach Darstellung der Verwaltung vor allem Glasflaschen, die bei Sonneneinstrahlung Brände begünstigen können. Auch Zigarettenstummel gelten als Risiko für Boden und Wasser. Die Parkverwaltung appelliert daher an Rücksicht und Eigenverantwortung: Wer den Nationalpark besucht, soll einen Beutel im Rucksack mitführen und anfallenden Abfall wieder mitnehmen oder zu Hause entsorgen.
Die geschilderten Mengen beruhen auf Beobachtungen einzelner Streifen; eine belastbare Statistik über den gesamten Park liegt nicht vor. Bereits frühere Aufräumaktionen wie die Ramadama-Aktion hatten jedoch vergleichbare Problemlagen sichtbar gemacht. Nach den jüngsten Funden kündigte die Nationalparkverwaltung an, die Informationsarbeit an Einstiegen und auf beliebten Routen zu verstärken und punktuell zu kontrollieren, ob Verhaltensregeln eingehalten werden.
Der Lusen zählt zu den meistbegangenen Gipfeln im Nationalpark Bayerischer Wald. An schönen Wochenendtagen führt der starke Andrang regelmäßig zu Nutzungskonflikten – zwischen Schutzansprüchen seltener Lebensräume und dem Freizeitverhalten der Besucher. Die Verwaltung verweist darauf, dass die Akzeptanz einfacher Regeln wie des Mitnahmeprinzips entscheidend dafür ist, Wege, Rastplätze und sensible Bereiche sauber zu halten und zusätzliche Infrastruktur in der Kernzone zu vermeiden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).