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Mehr Waschbären in Deutschland: Experten zweifeln an der Wirksamkeit der Jagd

Neue Angaben und Bewertungen am 5. September: Die Jagd auf Waschbären nimmt zu, doch Fachleute sehen darin kein taugliches Mittel zur Bestandskontrolle.

Nach neuen Angaben und Bewertungen vom 5. September nimmt die Bejagung des Waschbären in Deutschland zu, ohne die Ausbreitung der Art spürbar zu bremsen. Der Deutsche Jagdverband meldet seit Jahren steigende Strecken, mehrere Landesbehörden bestätigen eine dichte Verbreitung in vielen Regionen. Fachleute aus Verwaltung und Forschung halten die Jagd allein daher nicht für ein wirksames Steuerungsinstrument und fordern ein integriertes Management.

Fest steht: Der Waschbär (Procyon lotor) ist in Deutschland etabliert und nutzt Siedlungsräume ebenso wie Wälder. Landesbehörden berichten von hohen Dichten in Teilen Ost- und Westdeutschlands; in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gilt die Art vielerorts als flächig verbreitet. Die jüngsten Jagd- und Monitoringangaben belegen vor allem die Zunahme der Erfassungen und Abschüsse – ein verlässlicher Nachweis sinkender Populationen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Behördliche Wildtierexperten und Naturschutzforschende verweisen darauf, dass lokale Entnahmen häufig durch Zuwanderung aus Nachbargebieten ausgeglichen werden. Zudem verfügen Waschbären über hohe Reproduktionsraten. Nach dieser Einschätzung kann eine intensive Bejagung die Zahl erlegter Tiere in der Statistik erhöhen, ohne den Gesamtbestand langfristig zu verringern. Diese Position vertreten unter anderem Fachreferate in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sowie kommunale Wildtierstellen in Berlin.

Als Alternative wird ein Bündel zielgerichteter Maßnahmen genannt: engmaschiges Monitoring, der Schutz empfindlicher Brut- und Laichbereiche, verbesserte Abfall- und Futterquellenkontrolle in Siedlungen, selektive Fangmaßnahmen an Hotspots sowie regelmäßige Erfolgskontrollen. Forschungsvorhaben wie ZOWIAC, die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wurden, empfehlen, Ziele messbar zu definieren und Eingriffe nur dort auszubauen, wo Wirkungen nachweisbar sind.

Umwelt- und Gesundheitsbehörden nennen neben ökologischen Effekten auch Risiken wie den Befall mit dem Spulwurm Baylisascaris. Kommunen fordern daher Prävention und Aufklärung – etwa sichere Tierhaltungen, verschlossene Müllsysteme und Beratung für Hausbesitzer.

Die Interessenlage bleibt unterschiedlich: Der Deutsche Jagdverband betont die Bedeutung der Bejagung zum Schutz bedrohter Arten und als Bestandteil des Wildtiermanagements. Naturschutzverbände und Landesfachstellen plädieren für überprüfbare, regionale Konzepte mit klaren Prioritäten. Einigkeit besteht in einem Punkt: Ohne belastbare Daten des Monitorings lassen sich Wirksamkeit und Nebenfolgen einzelner Maßnahmen nicht seriös beurteilen. Entscheidungen sollen daher regelmäßig evaluiert und, wenn nötig, korrigiert werden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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