Beim Auslaufen aus dem Hafen von Bremerhaven ist das Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 3 am 25. Oktober 2026 mit zwei an der Stromkaje festgemachten Containerschiffen kollidiert. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei Bremen wurde das Schiff am späten Nachmittag von starken Böen erfasst und gegen die liegenden Frachter gedrückt. Es entstand sichtbarer Sachschaden an Rumpfbereichen der beteiligten Schiffe, Verletzte wurden nicht gemeldet.
Die Wasserschutzpolizei Bremen leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den Kapitän der Mein Schiff 3 ein. Ausgewertet werden Aussagen von Besatzungsmitgliedern, Hafenlotsen und Einsatzkräften sowie Bild- und Videoaufnahmen aus dem Hafenbereich. Die Ermittlungen sollen klären, wie Windstärke, Manöverführung und der Einsatz von Schleppern zusammenwirkten und ob alle Sicherheitsvorgaben eingehalten wurden. Eine abschließende Bewertung der Verantwortlichkeit steht aus.
Die Reederei Tui Cruises bestätigte Schäden am Schiff und sagte die unmittelbar anstehende Kanaren-Reise ab. Das Schiff soll vor weiteren Einsätzen technisch überprüft werden; über die Dauer der Reparaturen liegen noch keine gesicherten Angaben vor. Für betroffene Reisende organisiert das Unternehmen nach eigenen Angaben Rückführung und Umbuchungen.
Hintergrund des Unfalls ist stürmisches Wetter an der Küste. In der Region Bremerhaven waren am Wochenende wiederholt Warnungen vor Sturm- und schweren Sturmböen ausgegeben worden. In Hafengebieten gelten unter solchen Bedingungen besondere Auflagen für das Aus- und Einlaufen großer Schiffe. Ob in diesem Fall zusätzliche Maßnahmen erforderlich gewesen wären oder ob technische Faktoren eine Rolle spielten, ist Gegenstand der Untersuchungen.
Die Kollision ereignete sich am Containerterminal in Bremerhaven, dessen langgezogene Stromkaje zu den größten Anlagen für den Containerumschlag in Europa zählt. Der laufende Betrieb wurde nach Behördenangaben gesichert, die betroffenen Liegeplätze wurden begutachtet und Schäden dokumentiert. Konkrete Angaben zur Höhe des Sachschadens lagen bis zum Redaktionsschluss nicht vor.
Rechtlich geht es in der Folge um zwei Ebenen: Zum einen um mögliche straf- oder ordnungsrechtliche Konsequenzen für Verantwortliche an Bord der Mein Schiff 3, zum anderen um zivilrechtliche Haftungsfragen zwischen Reederei, Schlepper-Unternehmen und den Eignern der Containerschiffe. Entscheidungen darüber werden erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen und technischer Gutachten erwartet.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).