Mecklenburg-Vorpommern

MeLa kürt Rauhwolliges Pommersches Landschaf zum Tier der Messe 2026

Die MeLa in Mühlengeez stellt 2026 das Rauhwollige Pommersche Landschaf in den Mittelpunkt. Die Wahl zum Tier der Messe soll Erhalt und Nutzung der alten Landrasse stärken und Debatten zu Biodiversität und Klimaanpassung bündeln.

Die Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung MeLa rückt in diesem Jahr das Rauhwollige Pommersche Landschaf in den Mittelpunkt. Die Veranstalter haben die alte Landrasse zum „Tier der MeLa 2026“ benannt. Die Messe findet vom 10. bis 13. September auf dem Messegelände in Mühlengeez bei Güstrow statt. Ziel der Auszeichnung ist es nach Angaben der Organisatoren, die Aufmerksamkeit für den Erhalt gefährdeter Haustierrassen zu erhöhen und die Bedeutung regionaler Zuchtlinien für Landschaftspflege und klimaangepasste Tierhaltung zu diskutieren.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf, regional auch Pommernschaf genannt, gilt als widerstandsfähig und genügsam. Sein dichtes, wetterfestes Vlies und die Eignung für magere Sandböden ebenso wie feuchte Niederungen machen die Rasse für Küsten- und Moorstandorte interessant. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Haustierrassen geführt. Landes- und Bundesverbände der Schaf- und Ziegenzucht bereiten zur MeLa eine bundesoffene Schau und Vorführungen vor. Gezeigt werden sollen Zuchtmerkmale, Wollverwertung und der Einsatz der Tiere in der Grünlandpflege.

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus bezeichnet die MeLa als „Schaufenster der Landwirtschaft“. Die Schau mache Leistungen sichtbar und solle zugleich Debatten zu Biodiversität, Klimaanpassung und geschlossenen Kreisläufen in der Nutztierhaltung voranbringen. Auf dem Messegelände sind zudem Projekte angekündigt, die die Rohwolle zu Funktionskleidung oder regionalen Produkten verarbeiten. Verbände und Zuchtbetriebe erwarten, dass Kontakte, Informationsangebote und Vermarktungsinitiativen durch die Messe kurzfristig gestärkt werden.

Hintergrund der Schwerpunktsetzung ist der seit Jahren beobachtete Rückgang traditioneller Landrassen infolge von Spezialisierung und Intensivierung. Förderprogramme, Zuchtlisten und Öffentlichkeitsarbeit sollen Bestandsverluste bremsen. Fachleute betonen jedoch, dass der Erfolg dieser Maßnahmen von verlässlicher Finanzierung, einer Nachfrage nach regionalen Produkten und der Einbindung in Landschaftspflege- und Naturschutzprogramme abhängt. Ebenso entscheidend sind praxistaugliche Vergütungssysteme für Hüte- und Beweidungsleistungen, etwa in küstennahen Schutzgebieten.

Fakt ist: Die Benennung des Tieres der Messe und die Programmpunkte der MeLa sind gesetzt. Zugeschriebene Aussagen von Ministerium und Verbänden zielen auf Erhalt, Nutzung und Sichtbarkeit der Rasse. Offen bleibt, in welchem Umfang die Messeimpulse dauerhaft in Bestandsaufbau, Zuchtfortschritt und regionale Wertschöpfung münden. Die MeLa bietet dafür eine Bühne in Mecklenburg-Vorpommern; ob daraus messbare Effekte entstehen, wird erst die weitere Entwicklung der Züchterzahlen, Vermarktungswege und Landschaftspflegeverträge zeigen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk