Aktuell

Merkel erhält Mendelssohn-Preis in Leipzig und ruft zum Schutz der Demokratie auf

Angela Merkel ist in Leipzig mit dem Internationalen Mendelssohn-Preis geehrt worden. Bei der Eröffnung der Mendelssohn-Festtage warnte sie vor Spaltung und Desinformation und appellierte an den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Angela Merkel ist am 1. November 2026 im Gewandhaus zu Leipzig mit dem Internationalen Mendelssohn-Preis ausgezeichnet worden. Die Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung verlieh den Preis zum Auftakt der Mendelssohn-Festtage, die bis zum 8. November 2026 in Leipzig stattfinden. Neben der früheren Bundeskanzlerin wurde der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann als Mitpreisträger geehrt. Das Festkonzert verband die Preisübergabe mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und zeitgenössischen Kompositionen; die Veranstaltung war als Benefizabend für das Mendelssohn-Haus Leipzig angekündigt.

In ihrer Dankesrede warnte Merkel vor Kräften, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen. Sie hob die Bedeutung belastbarer Institutionen, eines sachlichen Diskurses und überprüfbarer Fakten für die Demokratie hervor. Als besondere Gefahr nannte sie die durch digitale Technologien beschleunigte Verbreitung falscher Informationen. Zugleich appellierte sie an ein breites Zusammenwirken demokratischer Kräfte gegen Spaltungstendenzen. Konkrete politische Maßnahmen skizzierte sie nicht.

Die Stiftung begründete die Auszeichnung mit Merkels langjährigem Engagement für europäische Einigung, Verständigung und Verantwortung in der Öffentlichkeit. Die Wahl Leipzigs als traditionsreicher Musikstadt und Wirkungsort Mendelssohns setze, so die Veranstalter, ein Zeichen für den Dialog zwischen Kultur und Zivilgesellschaft. Mit Jörg Widmann werde zudem ein Künstler geehrt, der das klassische Repertoire interpretiert und mit eigenen Werken in die Gegenwart führt.

Der Abend im Großen Saal des Gewandhauses stellte die Preisverleihung an den Beginn der Mendelssohn-Festtage. Das Programm der Festtage umfasst Konzerte, Kammermusik und Formate zur Musikvermittlung. Nach Angaben des Gewandhauses liegt der inhaltliche Schwerpunkt in diesem Jahr auf Erinnerung, Verantwortung und der Aktualität von Mendelssohns Werk. Besucherinnen und Besucher können sich zudem über die Tätigkeit der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung und die Pflege des Mendelssohn-Erbes informieren.

Mit der Auszeichnung und der begleitenden Rede rückten in Leipzig kulturelle Fragen und demokratiepolitische Herausforderungen eng zusammen. Während die Ehrung kulturhistorische Verdienste betonte, richtete sich der Appell der Preisträgerin auf die Gegenwart: Schutz demokratischer Verfahren, Respekt vor abweichenden Meinungen und Sorgfalt im Umgang mit Informationen. Sachsen präsentierte sich zugleich als Gastgeber eines Festivals, das die Musiktradition der Stadt pflegt und aktuelle Debatten nicht ausspart.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk