Paul Gauselmann, Gründer der Merkur Group, ist am Freitag, 21. August 2026, im Alter von 91 Jahren gestorben. Das hat die Merkur Group bestätigt. Angaben zu den Umständen machte das Unternehmen nicht. Medien in Deutschland griffen die Mitteilung auf. Gauselmann galt als prägende Figur der deutschen Automatenbranche, sein Konzern ist mit Sitz in Espelkamp in Nordrhein-Westfalen verankert.
Gauselmann hatte 1957 mit einem kleinen Aufstellbetrieb begonnen und die Marke Merkur aufgebaut, bekannt vor allem für Geldspielgeräte und deren Präsenz in Spielhallen sowie in konzessionierten Spielstätten. Aus dem Familienunternehmen entstand ein international tätiger Anbieter, der nach Unternehmensangaben rund 15.000 Beschäftigte zählt und Umsätze im Milliardenbereich erzielt. In Ostwestfalen ist die Gruppe über Standorte in Espelkamp und Lübbecke fest verankert.
Zur langfristigen Absicherung überführte die Familie 2016 ihr Vermögen in die Gauselmann-Familienstiftung, die nach Angaben des Unternehmens als alleinige Eigentümerin fungiert. Gauselmann zog sich schrittweise aus dem operativen Geschäft zurück und blieb dem Unternehmen als Unternehmer und Stifter verbunden. Bereits 2023 war die frühere Gauselmann AG in Merkur.com AG umbenannt worden; der Konzern firmiert seitdem einheitlich als Merkur Group. Ein unmittelbarer Bedarf an strukturellen Änderungen infolge des Todes wird vom Unternehmen derzeit nicht benannt.
Über die Branche hinaus war Gauselmann als Verbandsfunktionär präsent. 2019 wurde er zum Ehrenpräsidenten des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie ernannt. Für seine unternehmerische Tätigkeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter staatliche Ehrungen. Befürworter hoben wiederholt die regionale Verwurzelung und die Ausbildungsaktivitäten des Unternehmens hervor; Kritiker mahnten in der Vergangenheit regulatorische Grenzen für das gewerbliche Automatenspiel an. Die aktuellen Nachrufe konzentrieren sich auf die Lebensleistung und enthalten keine weitergehenden politischen Forderungen.
Die Merkur Group verweist in ihren Stellungnahmen auf Kontinuität in Eigentum und Führung. Demnach ist die Governance seit Jahren vom Gründerpersonenkult entkoppelt, was die Übertragung von Verantwortlichkeiten erleichtert habe. Konkrete Personalentscheidungen über künftige Repräsentationsfunktionen nannte das Unternehmen zunächst nicht. Die öffentliche Trauerbekundung aus Espelkamp stellt die Unternehmerbiografie und die Bedeutung für den Standort Nordrhein-Westfalen in den Vordergrund. Weitere Informationen zum Gedenken und zu möglichen internen Regelungen innerhalb der Gruppe kündigte das Unternehmen für die kommenden Tage an.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).