Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einem Besuch am 23. Oktober 2026 in Frankfurt (Oder) erklärt, Deutschland könne bei der Entwicklung von Mikrochip-Technologien international mithalten. Nach Gesprächen und Laborbesichtigungen am Leibniz-Institut für Innovative Mikroelektronik (IHP) betonte er die Rolle der Spitzenforschung für die Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Standort. Konkrete neue Förderbeträge oder verbindliche Zeitpläne nannte Merz nicht.
Das IHP verwies bei dem Termin auf seine Beiträge zur anwendungsnahen Forschung. Hervorgehobene Schwerpunkte sind Silizium-Germanium-Technologien, Komponenten für künftige Mobilfunkgenerationen sowie Lab-on-a-Chip-Systeme. Vertreterinnen und Vertreter des Instituts betonten die Bedeutung von Kooperationen mit Unternehmen und Hochschulen, um Ergebnisse schneller in industrielle Prozesse zu überführen. In Frankfurt (Oder) arbeiten Forschende aus mehreren Disziplinen an Bausteinen für Kommunikations- und Sensortechnik.
Merz ordnete den Besuch in die Hightech-Agenda der Bundesregierung ein. Er nannte als Rahmen die europäischen und nationalen Programme zur Stärkung der Mikroelektronik, darunter den European Chips Act. Aus Sicht der Bundesregierung soll Deutschland in ausgewählten Bereichen entlang der Wertschöpfungskette seine Kapazitäten ausbauen. Eine Zusage für zusätzliche Mittel oder konkrete Projektstarts gab es am Freitag nicht; für die Bewertung künftiger Produktionskapazitäten und Beschäftigungseffekte bleiben verbindliche Ankündigungen maßgeblich.
Aus dem Umfeld der brandenburgischen Landespolitik und aus der Fachpolitik kamen zustimmende Reaktionen auf die bundespolitische Aufmerksamkeit für den Standort. Gleichzeitig wurden Investitionen in Infrastruktur, schnellere Planungsverfahren und eine Stärkung der Fachkräfteausbildung angemahnt. Vor dem Institut gab es kleinere, friedliche Proteste; regionale Medien berichteten über Demonstrierende, die die Forschungs- und Industriepolitik der Bundesregierung kritisierten.
Das Leibniz-Institut für Innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder) ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und forscht an Halbleiter- und Hochfrequenztechnologien. Die Einrichtung arbeitet mit europäischen Partnern und Industrieunternehmen zusammen. In der Debatte um die Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten wird der Standort als Baustein zur Stärkung der technologischen Souveränität genannt. Die Aussagen des Kanzlers zielen darauf, die Rolle der Forschung im deutschen Halbleiter-Ökosystem hervorzuheben; die Umsetzung bleibt an die nächste Runde förmlicher Bewilligungen und industriepolitischer Entscheidungen gebunden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).