Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt am Mittwoch, 9. September 2026, um 17 Uhr den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, im Bundeskanzleramt in Berlin. Im Anschluss ist eine gemeinsame Pressekonferenz vorgesehen. Die Ankündigung erfolgte am 4. September durch den stellvertretenden Sprecher der Bundesregierung, Sebastian Hille.
Nach Regierungsangaben dient das Treffen der inhaltlichen Vorbereitung kommender Tagungen des Europäischen Rates. Schwerpunkt ist die Arbeit am nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034. Konkrete Verhandlungspositionen oder Textvorschläge werden in der Vorankündigung nicht genannt. Die Erwartung ist, dass Haushaltsfragen, strategische Investitionen sowie Solidaritätsmechanismen innerhalb der Union eine Rolle spielen.
Der Besuch ist Teil der sogenannten Tour des Capitales, in deren Rahmen der Präsident des Europäischen Rates im Vorfeld von Gipfeltreffen Gespräche in Hauptstädten der Mitgliedstaaten führt. Der Europäische Rat hat die Berlin-Station für die betreffende Woche ebenfalls angekündigt. Ziel solcher Konsultationen ist, Positionen der Staats- und Regierungschefs frühzeitig zu sondieren und die Agenda für anstehende Beratungen zu schärfen.
Für die Bundesregierung hat ein solches Vorgespräch praktische Bedeutung: Nationale Prioritäten können vorab abgestimmt und mögliche Konfliktlinien identifiziert werden, die später auf EU-Ebene verhandelt werden müssen. Der Mehrjährige Finanzrahmen ist das zentrale Instrument für die mehrjährige Haushaltsplanung der Europäischen Union. Er legt Obergrenzen für Ausgabenrubriken fest und strukturiert Förder- und Investitionsprogramme. Differenzen zwischen Mitgliedstaaten über Umfang, Verteilung und Zielausrichtung prägen erfahrungsgemäß die Verhandlungen und können den Zeitplan künftiger Gipfel beeinflussen.
Zum Zeitpunkt der Ankündigung liegen keine unabhängigen Stellungnahmen von Ressorts oder Details zur Tagesordnung über die genannten Arbeitsschwerpunkte hinaus vor. Aussagen über Ergebnisse oder bindende Zusagen sind vor dem Treffen nicht belegbar. Bestätigt sind Termin, Ort und Anlass durch die Mitteilung der Bundesregierung vom 4. September sowie durch die Terminübersicht des Europäischen Rates.
Das Treffen in Berlin fügt sich in eine Serie bilateraler Konsultationen ein, mit denen der Präsident des Europäischen Rates vor dem nächsten Gipfelzyklus Stimmungsbilder und Handlungsspielräume erhebt. Für Deutschland ergibt sich daraus die Möglichkeit, eigene Anliegen frühzeitig in die europäische Debatte einzubringen und Schnittstellen zwischen nationaler Haushaltsplanung und künftigen EU-Programmen zu markieren.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).