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Moorbrand im Hohen Venn: Fachleute warnen vor langlebigen Schadstoffen

Beim anhaltenden Moorbrand im Hohen Venn in Belgien warnen Expertinnen und Experten vor der Freisetzung persistent­er Schadstoffe aus Torfböden. Das tatsächliche Risiko für Luft und Boden hängt vom Brandverlauf und von der Wetterlage ab;…

Der Moorbrand im Hohen Venn in Belgien nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen hat eine Debatte über Umweltrisiken durch Schwelbrände in Torfböden befeuert. Fachleute, darunter der Umweltforscher Dominik Henrik Zak von der Universität Aarhus, warnen, dass bei unvollständiger Verbrennung in Mooren langlebige Schadstoffe freigesetzt werden können, die zuvor im Torf gebunden waren. Dazu zählen Dioxine und Furane (PCDD/F), Schwermetalle sowie andere persistente organische Verbindungen.

Wie hoch die Belastung tatsächlich ausfällt, hängt nach übereinstimmender Einschätzung von Fachbehörden von mehreren Faktoren ab: chemischer Zustand und Feuchte des Torfs, Temperatur und Dauer des Brands, Tiefe der Schwelzonen sowie Wind- und Wetterlage, die Transport und Ablagerung der Partikel bestimmen. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Böden zwar Schadstoffe binden können, diese Bindungskapazität jedoch überschritten oder durch Brände aufgebrochen werden kann – mit der Folge, dass gebundene Stoffe wieder mobilisiert werden. Für eine verlässliche Bewertung sind daher differenzierte Messungen in Luft und Boden erforderlich.

Zur Gefahrenabwehr haben die zuständigen Behörden in Belgien Bereiche des Hohen Venns gesperrt und den Feuerwehreinsatz ausgeweitet. Je nach Windrichtung kann die Rauchfahne zeitweise auch Grenzgemeinden in Nordrhein-Westfalen und der Eifel erreichen. Ob daraus relevante Gesundheitsrisiken entstehen, lässt sich erst anhand aktueller Messdaten beurteilen; kurzfristige Hinweise der Einsatzleitungen betreffen vor allem Sichtbehinderungen, Geruchsbelastung und das Meiden des betroffenen Gebiets.

Über den akuten Einsatz hinaus verweisen Fachstellen auf Prävention: Wiedervernässung und Renaturierung von Mooren verringern das Risiko solcher Brände und damit verbundener Emissionen. In Deutschland werden entsprechende Maßnahmen politisch und fachlich unterstützt; das Bundesumweltministerium und Programme auf Ebene der Europäischen Union zielen auf Moorschutz und Torfminderung. Diese Strategien dienen dem Klima- und Biodiversitätsschutz – und können zugleich das Potenzial für die Freisetzung langlebiger Schadstoffe in Risikogebieten reduzieren.

Konkrete Messwerte zur aktuellen Freisetzung im Hohen Venn liegen bislang nur punktuell vor. Eine belastbare Einordnung möglicher kurz- und langfristiger Folgen für Umwelt und Gesundheit erfordert standardisierte Messprogramme, Auswertungen durch zuständige Umweltbehörden und gegebenenfalls Nachsorgeuntersuchungen im Boden. Bis zum Vorliegen entsprechender Daten bleibt die Einschätzung des Risikos an die genannten Rahmenbedingungen und die jeweils herrschende Wetterlage gebunden.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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