In München sind seit dem Sommer 2026 mehrere Robotaxi-Projekte im öffentlichen Straßenraum gestartet – bislang ausschließlich mit Sicherheitsfahrern. Eine begleitete Testfahrt von BR24 am 17. und 18. September zeigt den aktuellen Stand: Die Fahrzeuge fahren weitgehend automatisiert, ein Mensch greift bei Bedarf ein. Das Startup Autobrains ordnet seine derzeitige Lösung der Stufe 3 zu; die Angabe stammt vom Unternehmen.
Parallel bereiten größere Anbieter den Ausbau ihrer Aktivitäten vor. Die Stadt München stellte den geplanten Start von Waymo als wichtigen Schritt heraus und bezeichnete München als ersten deutschen Standort für fahrerlose Robotaxis. Ob und wann tatsächlich ohne Sicherheitsfahrer gefahren wird, ist jedoch offen und hängt von Genehmigungen und Sicherheitsnachweisen ab. Die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrsgesellschaft kündigten gemeinsam mit dem Engineering-Dienstleister IAV Anfang September einen geregelten Testbetrieb an. Nach eigenen Angaben liegt seit Mitte August 2026 eine Erprobungsgenehmigung nach der Verordnung zur Genehmigung und zum Betrieb von Kraftfahrzeugen mit autonomer Fahrfunktion (AFGBV) vor.
Unternehmen nennen ambitionierte Zeitpläne, teils mit dem Ziel, bis Ende 2027 in Teilbereichen ohne Sicherheitsfahrer testen zu können (Stufe 4). Diese Aussagen sind Prognosen der Anbieter. Zuständige Behörden betonen, dass dafür die gesetzlich geforderten Nachweise zu Technik, Sicherheit und Betrieb vorliegen müssen. Die Bayerische Staatsregierung wertet die Projekte als Chance für den Standort, verweist zugleich auf die Notwendigkeit eindeutiger Regeln und verlässlicher Prüfprozesse.
Fachleute und kommunale Stellen mahnen, die Erprobung dürfe sich nicht auf besonders einfache Strecken beschränken. Systeme müssten auch in komplexen Verkehrssituationen zuverlässig funktionieren. Vor einem regulären, kommerziellen Betrieb ohne Fahrer sind zudem Haftungsfragen, Datenschutz und der Nachweis eines sicheren Betriebs zu klären. Die bisher vergebenen Erprobungsgenehmigungen strukturieren das Vorgehen: abgegrenzte Testfelder, begleitende Sicherheitskonzepte und dokumentierte Eingriffsregeln für Sicherheitsfahrer.
Damit ist München seit August und September 2026 zu einem sichtbaren Experimentierfeld für autonome Fahrdienste geworden. Die aktuellen Fahrten mit Sicherheitsfahrern liefern Daten für die weitere Bewertung. Ob daraus ein fahrerloser Regelbetrieb entsteht, entscheidet sich erst nach technischen Nachweisen, der Genehmigungspraxis unter der AFGBV und weiteren rechtlichen Klärungen. BR24-Berichte und offizielle Mitteilungen der Stadt und der Verkehrsunternehmen zeichnen den Stand der Dinge zum 18. September 2026 nach.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).