München wird ab Mitte September 2026 erneut zum Testfeld für fahrerlose Fahrzeuge. Stadtverwaltung und MVG bereiten schrittweise Erprobungen sogenannter Robotaxis vor, die nur mit behördlicher Erlaubnis und in klar abgegrenzten Betriebsbereichen stattfinden sollen. Der heutige Stand: Für die ersten Einsätze liegen Erprobungsgenehmigungen vor, der Regelbetrieb ist an weitergehende Nachweise geknüpft.
Im Mittelpunkt steht das städtische Forschungsprojekt MINGA unter Führung des Mobilitätsreferats. Die Münchner Verkehrsgesellschaft und weitere Partner bereiten dafür den Einsatz autonomer On-Demand-Fahrzeuge vor. Nach Angaben der MVG wurde die erforderliche Erprobungsgenehmigung im August 2026 erteilt. Die Testfahrten sollen in ausgewählten Korridoren starten; Umfang und Dauer werden nach Auswertung der Sicherheitsdaten angepasst.
Parallel bekunden internationale Anbieter Interesse am Standort. Waymo hat gegenüber der Stadt signalisiert, in München ein Angebot aufzubauen. Ein verbindlicher Starttermin wurde nicht genannt. Bis zu einem regulären Service sind weitere Nachweise zur technischen Sicherheit, zur Einsatzplanung und zur Einbindung in den öffentlichen Verkehr erforderlich.
Rechtlich unterscheidet Deutschland zwischen Erprobungsgenehmigungen für Tests und den umfassenderen Freigaben für einen dauerhaften Betrieb auf Level 4. Das Kraftfahrt-Bundesamt ist für zentrale Genehmigungsschritte zuständig, Landesbehörden begleiten die Umsetzung vor Ort. Vorgeschrieben sind unter anderem definierte Betriebsbereiche, Sicherheitskonzepte mit Risikobewertungen und Verfahren zur Überwachung der Fahrzeuge. Ohne diese Nachweise bleiben Einsätze auf Testumgebungen und eng begrenzte Strecken beschränkt.
Offen sind vor allem Fragen der Haftung, der Transparenz von Validierungsdaten und der praktischen Integration ins Netz des öffentlichen Personennahverkehrs. Die MVG sieht in autonomen Fahrzeugen Potenzial für Zubringer- und Randzeitenangebote. Verkehrsexperten weisen zugleich auf mögliche Verlagerungen vom Umweltverbund hin, falls Robotaxis ohne klare Abstimmung mit Bus und Bahn verkehren. Preisgestaltung, Barrierefreiheit und der Umgang mit Betriebsunterbrechungen gelten als weitere Punkte, die vor einer Ausweitung zu klären sind.
Für München zeichnet sich damit ein mehrstufiger Weg ab: Zunächst Tests unter enger Aufsicht, anschließend schrittweise Erweiterungen, sofern Sicherheitskennzahlen und Betriebskonzepte überzeugen. In den kommenden zwölf bis 24 Monaten dürfte die Stadt zum sichtbaren Prüfstand für Robotaxis bleiben – der Übergang in den Regelbetrieb hängt jedoch von behördlichen Bewertungen und belastbaren Sicherheitsnachweisen ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).