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NABU-Studie: EU-Direktzahlungen haben nur geringen Effekt auf Versorgungssicherheit

Eine vom NABU am 30. Juli 2026 veröffentlichte Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass pauschale EU-Flächenprämien die Gesamterzeugung in Deutschland und der EU nur marginal stützen. Das Bundesministerium betont weiterhin die Rolle der Direktzahlungen…

Kurzmeldung

Eine Studie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), veröffentlicht am 30. Juli 2026, untersucht mit dem agrarökonomischen Simulationsmodell CAPRI die Wirkung pauschaler EU-Flächenprämien (Direktzahlungen) auf die Lebensmittelproduktion in Deutschland und der Europäischen Union. Die Modellläufe bilden mehrere Szenarien bis 2035 ab – darunter auch die vollständige Abschaffung der Basisprämie. Demnach würden die Produktionsmengen in den betrachteten Szenarien nur geringfügig zurückgehen: für Getreide sind Rückgänge von etwa 1,5 bis 2,8 Prozent genannt, für Fleisch um rund 0,5 bis 0,8 Prozent. Aus Sicht der Studie lässt sich daraus ableiten, dass Direktzahlungen in ihrer heutigen pauschalen Form nur begrenzt zur Versorgungssicherung beitragen.

Der NABU folgert, Fördermittel sollten stärker an messbare Umwelt- und Klimaleistungen gekoppelt werden, statt pauschal nach Fläche ausgereicht zu werden. Die Studie warnt zugleich vor regionalen Nebenwirkungen eines abrupten Systemwechsels: Ohne flankierende Übergangsregelungen könnten wenig rentable Grünlandstandorte oder bestimmte Betriebszweige unter wirtschaftlichen Druck geraten, was lokal zu Produktions- und Strukturproblemen führen kann.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) teilt die Einschätzung, dass Übergangsregeln nötig sind, weist aber darauf hin, dass Direktzahlungen neben der Produktion auch Einkommensfunktionen und die Stabilität ländlicher Räume erfüllen. Ein vollständiger Ausstieg aus den Direktzahlungen sei derzeit nicht vorgesehen; die Bundesregierung sieht die Aufgabe eher in einer gezielten Neuausrichtung der Mittel.

Wissenschaftler und Verbände bewerten die Ergebnisse differenziert: Agrarökonomen halten die Größenordnung der Effekte grundsätzlich für plausibel, warnen jedoch vor möglichen kurzfristigen Strukturbrüchen bei schnellen Reformen. Der Deutsche Bauernverband kritisiert, dass Modellrechnungen die Einkommenssituation vieler Betriebe nicht ausreichend abbildeten und fordert verlässliche Übergangsfristen.

Hintergrund ist die laufende Debatte um die Neujustierung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027. Die NABU-Analyse liefert konkrete Simulationswerte zur Abschätzung von Produktionseffekten, betont aber, dass politische Entscheidungen Übergangsregelungen und regionale Anpassungsinstrumente brauchen, um Versorgungssicherheit und soziale Verträglichkeit zu gewährleisten.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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