Im Rhein‑Neckar‑Kreis sind in diesem Sommer erneut Steinkäuze ausgewildert worden. Nach übereinstimmenden Berichten beteiligter Verbände und Behörden reiht sich die Aktion in ein seit dem Jahr 2000 laufendes, grenzüberschreitendes Artenschutzprogramm im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Schweiz ein. Die Partner verweisen auf deutlich steigende Nachweise von Brutpaaren in den vergangenen Jahren.
Tragende Organisationen des Programms sind BirdLife Schweiz, die LPO Alsace und der NABU Südbaden. Sie kombinieren Habitatpflege mit gezielter Unterstützung der Brut: gepflegte Streuobstwiesen und strukturreiche Feldhecken, das Sichern geeigneter Nistplätze und das Aufstellen mardersicherer Niströhren bilden den Kern der Maßnahmen. Nach Angaben der Projektpartner wurden in der Region inzwischen mehr als 1.000 Niströhren installiert. Diese Eingriffe haben sich vor allem in agrarisch geprägten Randlagen als wirksam erwiesen.
Parallel zur Pflege der Lebensräume werden regionale Monitoring‑Programme fortgeführt. In mehreren Teilräumen meldeten Fachleute in den vergangenen Jahren erstmals wieder erfolgreiche Bruten. Die nun gemeldete Auswilderung von Jungvögeln im Rhein‑Neckar‑Kreis wurde von lokalen Behörden und Naturschutzgruppen begleitet. Die Stadt Walldorf und weitere Kommunen unterstützen die Pflege geeigneter Strukturen und flankieren dies durch Öffentlichkeitsarbeit.
Die beteiligten Stellen betonen zugleich offene Flanken. Der Steinkauz bleibt auf passgenaue Lebensräume angewiesen: extensiv genutzte Streuobstwiesen, Altbäume mit Höhlen, kleinteilige Hecken sowie sichere Nistplätze. Risiken für eine nachhaltige Erholung sind die Intensivierung der Landwirtschaft, zunehmende Flächenversiegelung und der Verlust alter Bausubstanz, die bislang als Nistgelegenheit diente. Fachleute fordern daher verbindliche Förderinstrumente und eine engere Abstimmung agrarischer Programme mit den Zielen des Artenschutzes.
Für die kommenden Jahre kündigen die Verbände an, die Datengrundlage weiter zu verdichten, um die Wirkung einzelner Eingriffe standortscharf zu bewerten und nachzusteuern. Aus Sicht der Träger und der beteiligten Kommunen kann ein stabiler Bestand nur über langfristige, grenzüberschreitende Zusammenarbeit gesichert werden. Die aktuellen Auswilderungen gelten ihnen als Beleg, dass Schutzmaßnahmen in der Fläche greifen – vorausgesetzt, Pflege, Monitoring und Förderung werden verlässlich fortgesetzt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).