Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Erwerbstätigen in den ostdeutschen Flächenländern ohne Zuwanderung aus dem Ausland deutlich niedriger wäre. Der Befund bezieht sich auf im August 2026 veröffentlichte Analysen und Auswertungen amtlicher Statistiken; sie verknüpfen Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsdaten, um die Rolle von Migration für das Arbeitskräfteangebot im Osten zu bestimmen.
Im Zentrum steht die Beobachtung, dass die schrumpfende inländische Erwerbsbevölkerung infolge des demografischen Wandels in Ostdeutschland bereits heute spürbare Lücken reißt. Zuwanderung federt diesen Rückgang merklich ab. Als Datengrundlage dienen insbesondere Register zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sowie der Mikrozensus. Dabei unterscheiden die Statistiken zwischen Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit und Personen mit Einwanderungsgeschichte; beide Kategorien tragen nachweislich zum Arbeitskräfteangebot in den fünf ostdeutschen Flächenländern bei.
Ergänzende amtliche Indikatoren stützen die Einordnung. Destatis weist in jüngsten Veröffentlichungen auf anhaltende Alterungstendenzen und regionale Differenzen in der Erwerbsbeteiligung hin. Landesstatistische Stellen berichten zugleich für einzelne Länder – etwa Brandenburg – über rückläufige Erwerbstätigenzahlen im Jahr 2025. Forschung der Bundesbank beleuchtet in Analysen zu Demografie und Arbeitsangebot die gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen dieser Trends. Das IAB ordnet die laufenden Migrationsbewegungen und ihre Arbeitsmarkteffekte im Zuwanderungsmonitor regelmäßig ein.
Politisch folgt daraus Handlungsdruck in mehreren Feldern: Anerkennung ausländischer Qualifikationen, Ausbau von Sprach- und Weiterbildungsangeboten, verstärkte Arbeitsmarktintegration sowie eine verlässliche Verwaltungs- und Planungsinfrastruktur. Für Unternehmen in Ostdeutschland bleibt die gezielte Gewinnung internationaler Fachkräfte ein zentraler Baustein ihrer Personalstrategien. Ökonomisch wirkt Zuwanderung nicht nur über Köpfe, sondern auch über zusätzliche Bruttowertschöpfung und Steuereinnahmen.
Die Analysen weisen allerdings auf Grenzen hin: Effekte unterscheiden sich je nach Herkunftsgruppen (EU, Drittstaaten, Fluchtmigration) und Branchenstruktur; regionale Sondereinflüsse wie Sektorkonzentrationen oder Pendlerbewegungen werden nicht in allen Datensätzen gleichermaßen erfasst. Zudem hängen längerfristige Projektionen empfindlich von Annahmen zu Geburten, Erwerbsbeteiligung und künftiger Zuwanderung ab. Klar bleibt gleichwohl: Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist Zuwanderung ein derzeit unverzichtbarer Bestandteil der Erwerbsbasis in Ostdeutschland.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).