Die Stadt Neumünster plant, den Tierpark Neumünster grundlegend neu zu ordnen. Nach den Vorberatungen in den städtischen Gremien soll die Einrichtung zum 1. April 2027 von einer gemeinnützigen Gesellschaft betrieben und inhaltlich zu einem Waldtierpark mit Fokus auf heimische Arten umgebaut werden. Damit verbunden ist die Abgabe von Exoten – allen voran Eisbär Vitus, für den ein neues Zuhause gefunden werden soll.
Die Stadt Neumünster begründet die Neuausrichtung mit rückläufige Besucherzahlen und einer angespannten Finanzlage des bisherigen Trägervereins. Die Umstellung auf eine gemeinnützige Gesellschaft soll mehr Planungssicherheit schaffen und die Betriebskosten langfristig senken. Parallel dazu werden planungsrechtliche Schritte vorbereitet: Für Umbauten und neue Gehege gilt nach aktueller Einschätzung die Pflicht zur Aufstellung eines Bebauungsplan, was zusätzliche Zeit erfordert.
Für den Tierbestand heißt das: Arten, die nicht in das künftige Konzept „heimische Waldtierwelt“ passen, werden abgegeben oder verlegt. Der Fall von Eisbär Vitus steht exemplarisch dafür. Nach Jahren in Neumünster wird nun nach Angaben der Beteiligten aktiv nach einer artgerechten Alternative gesucht. Ansprechpartner sind andere zoologische Einrichtungen und ausgewiesene Stationen, die Kapazitäten, Haltungsstandards und das Tierwohl prüfen. Konkrete Termine oder Zielorte für eine Überstellung liegen bislang nicht vor; die Vermittlungsgespräche laufen.
Politische und fachliche Stimmen bewerten den Kurs unterschiedlich. Kommunalpolitiker verweisen auf die Notwendigkeit verlässlicher Finanzierung und rechtssicherer Planung, zugleich aber auf Lösungen mit Bestandsschutz für einzelne Tiere. Naturschutzakteure begrüßen die Konzentration auf regionaltypische Arten und Bildungsangebote, sehen jedoch die Herausforderung, den Übergang ohne Einbußen beim Tierwohl und ohne lange Zwischenlagerungen zu organisieren.
Der Neustart hat damit drei Ebenen: organisatorisch die Umstellung zum 1. April 2027, inhaltlich die Profilierung als Waldtierpark und rechtlich die Vorbereitung eines Bebauungsplan. Offen sind Laufzeiten und Kosten einzelner Bauabschnitte sowie der Zeitpunkt, zu dem alle betroffenen Exoten das Gelände verlassen haben werden. Sicher ist: Ohne belastbaren Betreiberrahmen und passfähige Partner für Abgaben lässt sich das Konzept nicht realisieren. Die Stadt kündigt an, Fortschritte bei Umsiedlungen und Planung schrittweise öffentlich zu machen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).