Aktuell

Ostdeutschlands Arbeitsmarkt: Neue Auswertungen belegen wachsende Bedeutung der Zuwanderung

Aktuelle Analysen von IW, Bundesagentur für Arbeit und IAB zeigen: Ohne Zuwanderung wäre die Erwerbsbasis in Ostdeutschland zuletzt geschrumpft. Zuwanderung dämpft demografische Effekte, ersetzt sie aber nicht.

Neue Auswertungen aus dem August 2026 belegen eine zentrale Rolle der Zuwanderung für den Arbeitsmarkt in Ostdeutschland. Nach Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft, der Bundesagentur für Arbeit und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hätte die Zahl der Beschäftigten ohne Zuwanderung zuletzt spürbar abgenommen. In den Jahren 2023 bis 2025 ging in mehreren ostdeutschen Ländern die Zahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit zurück, während die der ausländischen Beschäftigten deutlich zunahm – ein Effekt, der die Erwerbsbasis stabilisierte.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hebt in einer aktuellen Kurzstudie hervor, dass die Zuwanderung seit Mitte der 2010er Jahre wesentlich zum Beschäftigungsaufbau im Osten beigetragen hat. Zudem beziffert das IW den Beitrag ausländischer Beschäftigter zur regionalen Bruttowertschöpfung: Im Osten kommt demnach inzwischen etwa jeder zehnte Euro von Ausländerinnen und Ausländern. Methodisch stützt sich das IW auf amtliche Arbeitsmarkt- und Volkswirtschaftsdaten und vergleicht Entwicklungen nach Staatsangehörigkeit und Region.

Ergänzend dokumentiert die Bundesagentur für Arbeit in ihren Statistiken, dass der Anteil ausländischer Beschäftigter an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Ostdeutschland weiter gestiegen ist. Dieser Zuwachs kompensiert den demografisch bedingten Rückgang bei inländischen Jahrgängen, die vermehrt in den Ruhestand eintreten. Parallel zeigt das Statistische Bundesamt, dass die Nettozuwanderung ein wesentlicher Treiber der jüngsten Erwerbszuwächse in Deutschland ist.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bestätigt in seinem Zuwanderungsmonitor und in Kurzberichten, dass Zuwanderung Engpässe in zahlreichen Branchen mindert. Ein relevanter Teil der zugewanderten Arbeitskräfte ist in Engpassberufen tätig, in denen Betriebe offene Stellen sonst schwer besetzen. Zugleich verweist das IAB auf Unterschiede in Qualifikation, Sprachkenntnissen und regionaler Passung, die über Integrations- und Weiterbildungsangebote adressiert werden müssen.

Die Befunde ordnen sich in eine klare Struktur ein: Erstens bleibt die Demografie in Ostdeutschland ein Belastungsfaktor für die Erwerbsbevölkerung; zweitens federt Zuwanderung die Folgen ab und trägt nachweislich zur Bruttowertschöpfung bei; drittens erfordert die Verstetigung dieser Effekte verlässliche Verfahren der Anerkennung von Abschlüssen, eine zügige Arbeitsmarktintegration sowie eine regional ausgerichtete Fachkräftesicherung. Wie stark Zuwanderung künftig Beschäftigung und Wertschöpfung stützt, hängt von Einwanderungsströmen, Qualifikationsprofilen und der konjunkturellen Entwicklung ab.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk