Das Pentagon hat nach übereinstimmenden Berichten am 21. August 2026 die Führung der Militärzeitung Stars and Stripes abberufen. Kündigungsmitteilungen („separation notices“) gingen an Chefredakteur Erik Slavin, Herausgeber Max Lederer sowie an die Reporterin Lara Korte. Slavin und Lederer bestätigten die Vorgänge gegenüber US‑Medien; die Redaktion von Stars and Stripes stellte entsprechende Hinweise online.
Ein Deutschland‑Bezug ergibt sich durch die Tätigkeit Kortes, die von Deutschland aus berichtet, sowie durch die Europa‑Struktur der Zeitung: Stars and Stripes unterhält ein Büro mit Postanschrift in Kaiserslautern, nahe Ramstein. Angaben zu unmittelbaren Auswirkungen auf die Arbeit vor Ort liegen bislang nicht vor.
Als Begründung für die Abberufungen wird in den US‑Berichten „Insubordination“ genannt – in Verbindung mit öffentlichen Äußerungen zur redaktionellen Unabhängigkeit. Slavin und andere Betroffene weisen den Vorwurf zurück und sprechen von Konflikten über versuchte Eingriffe des Verteidigungsministeriums in journalistische Inhalte. Associated Press und CBS News berichten übereinstimmend, die Betroffenen hätten die Schreiben kurz nach Medienauftritten erhalten, in denen sie um die Unabhängigkeit der Redaktion geworben hatten. Das Pentagon äußerte sich zunächst nicht detailliert zu Personalinterna.
Stars and Stripes ist organisatorisch dem US‑Verteidigungsministerium zugeordnet, beruft sich jedoch seit Jahrzehnten auf redaktionelle Eigenständigkeit. In diesem Jahr hatte das Pentagon eine Neuausrichtung und Modernisierung der Publikation skizziert. Intern waren zuletzt mehrere Personalentscheidungen umstritten, die in Washington als Versuch gewertet wurden, die Berichterstattung stärker zu steuern.
Presseverbände in den USA reagierten kritisch. Der National Press Club warnte in einer Stellungnahme vor einem möglichen Eingriff in die Pressefreiheit, sofern leitende Redakteure wegen öffentlicher Aussagen zur Unabhängigkeit sanktioniert würden.
Für Deutschland ist vor allem relevant, ob Maßnahmen des US‑Ministeriums die Arbeit hier ansässiger Journalistinnen und Journalisten von Stars and Stripes beeinträchtigen – etwa bei Akkreditierungen oder der Zusammenarbeit an US‑Standorten. Hinweise auf eine Einbindung deutscher Behörden in die Entscheidung oder auf eine unmittelbare Änderung des Rechtsrahmens in Deutschland gibt es derzeit nicht. Die Redaktion von Stars and Stripes in Europa arbeitet nach derzeitigem Stand weiter, nähere Angaben zu personellen und organisatorischen Folgen stehen aus.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).