Philippe Sands hat am 11. Oktober 2026 in der Paulskirche in Frankfurt am Main den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Die Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels würdigte den französisch-britischen Juristen und Autor für sein langjähriges Engagement für Völkerrecht, Erinnerungskultur und Menschenrechte. Die Verleihung markierte den Abschluss der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.
In der Begründung der Stiftung heißt es, Sands habe mit wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten maßgeblich zur Aufarbeitung von Verbrechen des 20. Jahrhunderts beigetragen und die Entwicklung des modernen Völkerrechts sichtbar gemacht. Hervorgehoben wurden seine Beiträge zur Diskussion über die strafrechtliche Erfassung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord sowie seine Impulse zu Debatten um einen möglichen Tatbestand des Ökozids. Sands’ Arbeiten verbinden juristische Analyse mit Zeitzeugnissen und Familiengeschichte; international bekannt wurde er unter anderem durch das Buch „Rückkehr nach Lemberg“.
Sands ist Juraprofessor und als Menschenrechtsanwalt in völkerrechtlichen Verfahren beratend tätig. In Vorträgen und Veröffentlichungen hat er immer wieder die Bedeutung von Recht und Institutionen betont, wenn es um die Anerkennung von Leid, den Schutz vor staatlicher Gewalt und die Sicherung individueller Rechte geht. Nach Angaben der Stiftung zeige seine publizistische Arbeit, wie eng die Verteidigung universeller Normen mit gesellschaftlicher Erinnerung und öffentlicher Debatte verflochten ist.
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 jährlich vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die mit Literatur, Wissenschaft oder Kunst in besonderer Weise zur Verständigung zwischen den Völkern beitragen. Über die Vergabe entscheidet der Stiftungsrat des Preises. Die feierliche Übergabe in der Frankfurter Paulskirche ist seit Langem ein fester Bestandteil des Abschlussprogramms der Frankfurter Buchmesse.
Die diesjährige Preisvergabe setzt einen kulturpolitischen Akzent, indem sie juristische Perspektiven stärker in den literarischen und gesellschaftlichen Diskurs rückt. Laut Stiftung unterstreicht die Auszeichnung, dass die Auseinandersetzung mit historischem Unrecht und gegenwärtigen Verletzungen von Menschenrechten ohne die Instrumente des Rechts nicht auskommt. Mit der Wahl von Sands rückt zugleich die Rolle öffentlicher Institutionen und internationaler Gerichte in den Fokus – Themen, die auch im Rahmenprogramm der Buchmesse prominent verhandelt wurden.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).