Aktuell

Plagiatsvorwürfe: Berlins Justizsenatorin lässt Dissertation von Universität zu Köln prüfen

Nach Berichten über rund 80 beanstandete Textstellen hat Felor Badenberg (CDU) die Universität zu Köln um Prüfung ihrer 2006er Doktorarbeit gebeten. Die Justizsenatorin bestreitet die Vorwürfe; die Hochschule bestätigte den Eingang.

Felor Badenberg (CDU), Berlins Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz, hat am 20. August 2026 die Universität zu Köln gebeten, ihre Doktorarbeit zu prüfen. Anlass sind Plagiatsvorwürfe, die sich laut Medienberichten auf rund 80 beanstandete Textstellen beziehen. Die Justizsenatorin weist die Vorwürfe zurück und begründet ihren Schritt mit dem Wunsch nach einer unabhängigen Klärung. Die Universität zu Köln bestätigte den Eingang der Prüfanfrage.

Die 2006 abgeschlossene Doktorarbeit trägt den Titel „Das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung unter Berücksichtigung der Problematik der anonymen Geburt“. Badenberg gehört seit April 2023 dem Senat Wegner an. Laut offiziellen Angaben führt sie neben ihrem Amt einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln. Zu einzelnen der beanstandeten Passagen äußerte sie sich bislang nicht im Detail.

Die Universität zu Köln teilte mit, dass das weitere Vorgehen dem üblichen Verfahren bei wissenschaftlichen Vorwürfen folgt. Üblicherweise erfolgt zunächst eine formale Sichtung der Hinweise. Je nach Befund kann eine vertiefte Prüfung durch ein zuständiges Prüf- oder Promotionsgremium angeordnet werden. Aussagen zum Zeitplan wurden mit Verweis auf Sorgfalt und Vertraulichkeit nicht gemacht.

Rechtlicher Kontext: In Deutschland liegen Untersuchungen zu Plagiatsvorwürfen bei der verleihenden Hochschule. Bestätigen sich Verstöße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, sind akademische Sanktionen bis hin zum Entzug des Doktorgrades möglich. Politisch berühren solche Verfahren das Vertrauen in Amtsträgerinnen und Amtsträger. In Berlin gab es zunächst keine Angaben zu möglichen dienstrechtlichen Konsequenzen.

Einordnungen und offene Fragen: Die Zahl und der Charakter der monierten Passagen sowie deren Relevanz für die Bewertung der Doktorarbeit sind derzeit ungeklärt. Unklar ist auch, ob die Universität zu Köln externe Gutachten beiziehen oder eigene Vergleichsanalysen priorisieren wird. Bis zum Abschluss des Verfahrens bleiben weitergehende Bewertungen zum Ausgang spekulativ. Klar ist indes, dass die Ergebnisse für Badenberg persönlich wie auch für die politische Debatte über wissenschaftliche Integrität von Belang sein werden.

Hintergrund der aktuellen Berichterstattung sind Recherchen mehrerer Medien, die auf textliche Übereinstimmungen in der Arbeit hingewiesen hatten. Unabhängig davon gilt: Über die Stichhaltigkeit der Plagiatsvorwürfe entscheidet ausschließlich das universitäre Prüfverfahren. Berlin und die Universität zu Köln wollen bis dahin keine weiteren Details nennen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk