Die Suche nach einer möglichen Großkatze im Notzingermoos im Landkreis Erding ist bis zum 12. Oktober 2026 ohne Befund geblieben. Auslöser der Einsätze war eine am 6. Oktober aufgezeichnete Wärmebildaufnahme eines Jägers, die ein katzenartiges Tier zeigte. Daraufhin koordinierte die Polizeiinspektion Erding gemeinsam mit dem Landratsamt Erding umfangreiche Maßnahmen im sensiblen Feuchtgebiet nahe dem Flughafen München.
Nach Angaben der Einsatzleitung wurden Hubschrauber mit Wärmebildtechnik, Drohnen, Polizeihunde, eine Reiterstaffel sowie zusätzliche Wildkameras eingesetzt. Bislang ergab sich jedoch kein eindeutiger Nachweis: Weder Trittsiegel noch Fraßspuren oder weitere belastbare Bilder konnten die Vermutung einer Großkatze stützen. Die bereits ausgewerteten Wildkameras lieferten nach Behördenangaben keine relevanten Treffer.
Die Polizeiinspektion Erding erklärte, die vorliegende Wärmebildsequenz lasse die Annahme einer größeren Katze zu, ein Puma-Nachweis sei aber nicht erbracht. Hinweise aus der Bevölkerung seien in zweistelliger Zahl eingegangen, hätten sich jedoch vor Ort nicht verifizieren lassen. Ein in sozialen Medien kursierendes Foto sei nach polizeilicher Einschätzung eine Fälschung gewesen und habe die Ermittlungen zusätzlich belastet. Die Behörde bittet weiterhin um sachdienliche Hinweise, rät aber zu Umsicht statt Alarmismus.
Das Notzingermoos ist ein naturschutzfachlich bedeutsamer Raum an der Schnittstelle zu stark genutzten Bereichen rund um den Flughafen München. Das erschwert Suchaktionen und erfordert Rücksicht auf Schutzauflagen. Fachleute verweisen darauf, dass frühere Meldungen über vermeintliche Großkatzen in Deutschland häufig auf Fehlinterpretationen zurückgingen, etwa durch Hauskatzen, Rehe oder perspektivisch irreführende Aufnahmen mit Wärmebildkamera. Deshalb gelten für einen Nachweis strenge Standards: klare Sichtbilder, verlässliche Trittsiegel, genetische Spuren oder gesicherte Beute- und Fraßfunde.
Aussagen über Herkunft, Gefährdungslage oder mögliche Folgen eines wildlebenden Pumas in Bayern wären derzeit Spekulation. Sollte ein belastbarer Nachweis gelingen, müssten Zuständigkeiten zwischen Naturschutz, öffentlicher Sicherheit und Weidetierhaltung abgestimmt und Informationsketten in der Region präzisiert werden. Bis dahin setzt die Polizeiinspektion Erding nach eigener Darstellung auf fortgesetzte technische Auswertungen, mobile Kontrollen und eine angepasste Präsenz im Gebiet.
Stand der Berichterstattung: 12. Oktober 2026.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).