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Polizei Sachsen-Anhalt startet Hackathon für ungelöste Fälle

In Magdeburg beginnt heute ein mehrtägiges Format, bei dem die Landespolizei mit externen Fachleuten neue Spuren zu Cold Cases, Fahndungen und Cyber-Ermittlungen sucht.

In Magdeburg startet heute ein mehrtägiger Hackathon der Landespolizei Sachsen-Anhalt. Ziel ist es, ungelöste Mordfälle, andere Cold Cases sowie komplexe Fahndungs- und Cyber-Sachverhalte mit externem Fachwissen neu zu bewerten. Die Veranstaltung bündelt Kompetenzen aus Digitalforensik, Datenanalyse, Kriminologie und angrenzenden Disziplinen. Organisatorisch bleibt die Ermittlungszuständigkeit klar bei der Polizei; das Format soll methodische Impulse liefern und Anknüpfungspunkte aufzeigen, die anschließend in reguläre Ermittlungen überführt werden.

Nach Angaben der Landespolizei sind der Zugang zu sensiblen Unterlagen, der Schutz von Opfern und Angehörigen sowie Persönlichkeitsrechte verbindlich geregelt. Teilnehmende erhalten nur die für die jeweilige Aufgabenstellung erforderlichen Informationen. Damit reagiert die Behörde auch auf seit Längerem diskutierte Bedenken gegenüber offenen Analyseformaten im Sicherheitsbereich.

Befürworter sehen in interdisziplinären Sprints die Chance, vorhandene Informationen neu zu strukturieren und bislang übersehene Zusammenhänge zu erkennen. Der Digitalforensiker Dirk Labudde betont die Möglichkeit, verstreute Datenspuren methodisch sauber zu verknüpfen. Zugleich warnt er – wie andere Wissenschaftlerinnen und Praktiker – vor voreiligen Schlüssen aus algorithmischen Auswertungen und vor Datenschutzrisiken bei Altfalldaten. Klare Zieldefinitionen, nachvollziehbare Methoden und dokumentierte Übergaben an die Ermittlungsbehörden gelten daher als Voraussetzung für belastbare Ergebnisse.

Die Polizei verweist auf Erfahrungen, wonach neue Verfahren Ermittlungen verlängern und präzisieren können, ohne kurzfristige Durchbrüche zu garantieren. So brachte eine DNA-Reihenuntersuchung in einem Fall aus Tangermünde bislang keinen entscheidenden Treffer; sie zeigte jedoch, wie technische Ansätze den Suchraum strukturieren und Hypothesen überprüfen helfen. Vor diesem Hintergrund soll der Hackathon keine schnellen Erfolge versprechen, sondern als Baustein einer längerfristigen Strategie dienen.

Für die Bewertung des Projekts kündigt die Landespolizei eine transparente Dokumentation an: Welche Fälle bearbeitet wurden, welche Methoden eingesetzt und welche Anschlussmaßnahmen veranlasst werden, soll nachvollziehbar festgehalten werden. Maßstab für den Erfolg bleibt, ob sich daraus konkrete, rechtssichere Ermittlungsansätze ergeben. Für Betroffene und Öffentlichkeit bleibt zentral, dass Ermittlungsrechte, Datenschutz und Opferinteressen zu jedem Zeitpunkt gewahrt werden.

Die Initiative ist in Sachsen-Anhalt verankert, folgt aber einer breiteren Debatte in Deutschland, wie Polizei, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ihr Wissen in besonders hartnäckigen Fällen gezielt zusammenbringen können – ohne die Trennung von Zuständigkeiten und den Rechtsrahmen zu verwässern.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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