In Berlin beginnt heute das Musicalprojekt "Burning Berlin". Die Produktion stellt die Beziehung der lesbischen Aktivistin Lotte Hahm und der Tänzerin Käthe Fleischmann ins Zentrum und verknüpft sie mit der Frage, wie fragil queere Freiräume in Zeiten politischer Zuspitzung sind. Nach Angaben von rbb24 und Projektinformationen ist eine Reihe von Aufführungen in der Stadt vorgesehen.
Das Stück versteht sich als Dyke-Musical und setzt auf die Verbindung aus historischer Recherche und zeitgenössischer Pop-Ästhetik. Die Macherinnen begründen das Vorhaben mit dem Ziel, ein bislang unterrepräsentiertes Kapitel der Frauen- und Kulturgeschichte sichtbar zu machen und zugleich die Aktualität von Erinnerungskultur und demokratischer Resilienz zu betonen. Hinweise auf Termine und organisatorische Details wurden über die Projektkommunikation, darunter Startnext, veröffentlicht.
Die historische Einordnung ist vom künstlerischen Zugriff zu trennen. Belegt ist, dass Lotte Hahm, in Dresden geboren und seit den 1920er Jahren in Berlin aktiv, eine prägende Figur der lesbischen Subkultur der Weimarer Republik war. Sie war in Frauenvereinen und Clubs tätig, darunter der Damenklub Violetta. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden Schutzräume zerstört, Vereine verboten und queere Lebenswelten zunehmend verfolgt. Diese Fakten bilden den Hintergrund, vor dem "Burning Berlin" persönliche Erfahrungen und politische Wendepunkte verschränkt. Welche dramaturgischen Zuspitzungen die Inszenierung wählt, fällt in den Bereich künstlerischer Freiheit.
Als aktueller Anlass verweist die Produktion ausdrücklich auf die Debatten über Sichtbarkeit, Antidiskriminierung und den Umgang mit erstarkendem Rechtsextremismus. Kulturpolitisch rückt damit die Frage in den Blick, wie Institutionen, Archive und Bühnen lesbische Geschichte systematischer dokumentieren und vermitteln können. Vorberichte in queer.de und L-Mag heben den erinnerungspolitischen Anspruch hervor; zugleich wird erwartet, dass die Rezeption sich an der Balance von historischer Verantwortung und Gegenwartsbezug entzündet.
Zu Umfang und genauer Verteilung der Aufführungen in Berlin liegen projektseitig Angaben vor; angekündigt ist ein Start Ende August. Über Besetzung, zusätzliche Termine und eventuelle Kooperationen mit Berliner Häusern informierten die Veranstalter in begleitenden Materialien. Unabhängig von der weiteren Spielpraxis markiert die Premiere einen seltenen Versuch, die Geschichte von Lotte Hahm und ihrer Zeitgenossinnen in ein populäres Musiktheaterformat zu übersetzen – mit Blick auf die Weimarer Republik, aber mit einer klaren Gegenwartsadresse.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).