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Rettungskräfte üben Massenanfall auf der Kieler Förde an Bord der Freya

Rund 130 Einsatzkräfte haben am 31. Oktober 2026 auf der Kieler Förde eine Großübung zum Massenanfall von Verletzten an Bord des Raddampfers Freya absolviert, um Abläufe zwischen See, Leitstelle und Kliniken zu testen.

Auf der Kieler Förde haben am 31. Oktober 2026 rund 130 Notärzte und Rettungskräfte einen Massenanfall von Verletzten (MANV) auf See geübt. Schauplatz war der historische Raddampfer Freya. Ausrichter war das Forum Leitende Notärzte Schleswig-Holstein, unterstützt von regionalen Einsatzdiensten. Ziel war es, medizinische Versorgung an Bord, Übergaben an Land und die Abstimmung der Einsatzleitungen unter realitätsnahen Bedingungen zusammenzuführen.

In mehreren Szenarien wurden gleichzeitig leicht, schwer und kritisch verletzte Personen simuliert. Die Teams trainierten die Triage auf engem Raum, die Stabilisierung der Patienten und die Koordination mit der landseitigen Leitstelle. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Transfer zwischen Schiff und Pier, einschließlich der Sicherung von Tragen, dem Umladen in Rettungswagen und den zeitlichen Abläufen bis zur Klinikaufnahme.

Nach Angaben der beteiligten Organisationen stand die Kommunikation zwischen Leitender Notarzt, Schiffscrew, maritimen Rettungseinheiten und Krankenhäusern im Mittelpunkt. Geprüft wurden Funkdisziplin, einheitliche Lagemeldungen und klare Verantwortlichkeiten. Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass die Rahmenbedingungen auf See – limitierter Platz, Bewegungen des Schiffs, Witterungseinflüsse – Entscheidungen und Logistik deutlich erschweren.

Die Großübung knüpfte an Fortbildungen des Forums Leitende Notärzte Schleswig-Holstein an, die seit diesem Jahr verstärkt maritime Lagen behandeln. Die praktische Erprobung auf der Kieler Förde diente zugleich als Abschlussbaustein eines Kurses zu Notfällen bei MANV auf See. Eine systematische Auswertung der Ergebnisse und möglicher Anpassungsbedarfe in Alarm- und Einsatzplänen ist angekündigt; konkrete Leistungskennzahlen und festgestellte Mängel werden nach Abschluss der Nachbereitung erwartet.

In der realen Zuständigkeit auf der Förde ergänzt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger die Seeseitige Gefahrenabwehr, während etwa die Feuerwehr Kiel die Landanlieferung und weitere Gefahrenabwehraufgaben verantwortet. Übungen wie diese sollen die Schnittstellen beider Bereiche belastbar machen und Verzögerungen bei der Patientenverteilung vermeiden.

Die beteiligten Stellen sehen den Hauptnutzen in drei Punkten: verbesserte Priorisierung unter beengten Bedingungen, erprobte Transportketten zwischen Schiff und Land sowie verlässliche Kommunikationswege zwischen maritimen Diensten, Feuerwehr und Kliniken. Ob aus den Erkenntnissen strukturelle Änderungen oder weitere maritime Übungen folgen, entscheiden die Träger nach der nun anstehenden Auswertung.

Der Einsatzraum Kiel und die besondere Verkehrsdichte auf der Kieler Förde gelten als anspruchsvolles Umfeld. Die nun geübten Abläufe sollen die Versorgungssicherheit in Schleswig-Holstein stärken, wenn bei einem Ereignis auf See in kurzer Zeit viele Verletzte zu versorgen sind.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen