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Tausende tote Fische in Kieler Förde und Lübecker Bucht – Polizei ermittelt

In der Kieler Förde und der Lübecker Bucht sind am Wochenende tausende Fische verendet. Behörden vermuten Sauerstoffmangel als Ursache; die Wasserschutzpolizei prüft Verdachtsfälle von Fischwilderei.

In der Kieler Förde und in Teilen der Lübecker Bucht sind am Wochenende des 19. und 20. September 2026 tausende tote Fische entdeckt worden. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei und örtlicher Behörden zeigen Videos und Beobachtungen Fische, die an der Oberfläche nach Luft schnappten. Zugleich wurden Personen gesehen, die Tiere aus dem Wasser entnahmen; die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Fischwilderei aufgenommen.

Fachlich gilt ein akuter Sauerstoffmangel als wahrscheinlichste Todesursache. Meteorologen und Umweltfachleute verweisen auf einen anhaltenden Südwestwind in den Tagen zuvor, der sauerstoffreiches Oberflächenwasser seewärts verdrängt und sauerstoffarmes Tiefenwasser aufsteigen lässt. Solche Auftriebsereignisse sind in der Ostsee bekannt und wurden in früheren Jahren als Auslöser größerer Fischsterben dokumentiert. Endgültige Laborbefunde stehen jedoch noch aus; Proben von Wasser und toten Fischen sollen bakterielle, toxische oder chemische Ursachen ausschließen und das Ausmaß quantifizieren.

Die Wasserschutzpolizei bestätigte, dass sie mehrere Hinweise auf unerlaubte Entnahmen prüft. Nach deutschem Recht ist das Mitnehmen von Fischen ohne Erlaubnis oder Angelschein strafbar; bei geschützten Arten drohen strengere Sanktionen. Welche Arten in welchem Umfang betroffen sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Berichte nennen unter anderem Dorsch und Meerforelle, doch belastbare Artlisten werden erst mit den Auswertungen der Fachbehörden erwartet.

Der Landesverband Schleswig-Holstein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sprach von einem gravierenden Ereignis und forderte eine systematische Auswertung, um mögliche Folgewirkungen für ohnehin geschwächte Bestände zu bewerten. Fachleute betonen, dass Auftriebsphasen in flacheren Buchten besonders rasch zu kritischen Sauerstoffwerten führen können, wenn zugleich organisches Material am Grund Sauerstoff verbraucht. Zusätzlich könne wärmeres Spätsommerwasser die Löslichkeit von Sauerstoff weiter verringern und den Stress für Meereslebewesen erhöhen.

Behördliche Einschätzungen zu Auswirkungen auf Badebetrieb, Küstenverkehr und Fischerei bleiben vorerst vorsichtig: Hinweise auf eine akute Gesundheitsgefahr für Menschen liegen derzeit nicht vor, räumliche Sperrungen und Beräumungen werden lokal entschieden. Klarheit über die genaue Ursache, die betroffenen Arten und die ökologische Tragweite erwarten die zuständigen Stellen nach Abschluss der Laboranalysen. Die Ermittlungen zu Verdachtsfällen der Fischwilderei dauern an.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen