Die Stadt Rostock hat gemeinsam mit dem BUND Mecklenburg-Vorpommern am 9. Oktober 2026 gefordert, den Ausbau von mit Folie überdachten Stellagen zur Erdbeerproduktion bei Rövershagen zu stoppen. Nach übereinstimmenden Angaben geht es um rund 40 Hektar in der Gemarkung Rövershagen. Die Stadt Rostock und der Umweltverband sehen ohne vorgelagerte Umweltprüfung erhebliche Risiken für Boden, Wasserhaushalt und Landschaftsbild und dringen auf eine erneute rechtliche Überprüfung der Verfahren beim Landkreis Rostock.
Der Landkreis Rostock teilte laut regionalen Berichten mit, die Rechtslage zu prüfen. Im Zentrum stehen Fragen, ob der geplante Anbau als landwirtschaftlich privilegiertes Vorhaben gilt und ob eine Umweltprüfung verpflichtend ist. Hintergrunddokumente der Gemeindeplanung verweisen zugleich auf bestehende Festsetzungen für das Freizeitareal, während die strittigen Erdbeerflächen im Außenbereich liegen. Damit treffen planungs- und naturschutzrechtliche Anforderungen aufeinander, die das Verfahren komplex machen.
Karls Erdbeerhof weist die Kritik zurück. Der Betrieb betont, man nutze bewährte Anbautechnik, die Erträge sichere und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln minimiere. Zudem verweise man auf Rechtspositionen aus dem Agrarrecht und ein Wassermanagement, das negative Auswirkungen auf den Naturhaushalt verhindern solle. Aus Sicht des Unternehmens sind die Vorhaben zulässig und fachlich abgesichert.
Uneinigkeit besteht auch bei den Flächengrößen: Während für Rövershagen von etwa 40 Hektar die Rede ist, nennt der BUND Mecklenburg-Vorpommern in seinen landesweiten Einordnungen bis zu 75 Hektar Folientunnel als Problemmaßstab. Der Verband sieht darin einen massiven Eingriff in den Naturhaushalt und fordert verbindliche Prüfungen, bevor weitere Genehmigungen erteilt werden.
Die Stadt Rostock kündigte an, sich gegenüber dem Landkreis Rostock und den zuständigen Landesbehörden für ein Moratorium einzusetzen, bis die offenen Rechts- und Umweltfragen geklärt sind. Beobachter verweisen darauf, dass neben dem naturschutzfachlichen Risiko auch das Landschaftsbild in einer touristisch geprägten Region von Mecklenburg-Vorpommern berührt sein könnte. Über das weitere Vorgehen soll in den nächsten Wochen in den kommunalen Gremien beraten werden.
Klar ist: Ohne eine belastbare Umweltprüfung und eindeutige planungsrechtliche Grundlage droht dem Projekt weiterer Widerstand. Ob die beantragten Vorhaben in der vorliegenden Form Bestand haben, hängt nun von der rechtlichen Bewertung und der Abstimmung zwischen Landkreis, Stadt Rostock und den Fachbehörden ab.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).