Die Hansestadt Rostock hat die Rennbahnallee seit dem 5. November 2026 vollständig gesperrt. Grund ist der Abriss der fast 100 Jahre alten Brücke mit der Kennung Bw 121, die durch einen Neubau ersetzt werden soll. Die Sperrung betrifft den Abschnitt zwischen Barnstorfer Ring und Tannenweg. Nach Angaben der Stadt ist die Inbetriebnahme des Ersatzneubaus für das erste Halbjahr 2028 vorgesehen.
Die Stadtverwaltung begründet die Maßnahme mit der nicht mehr dauerhaft ausreichenden Tragfähigkeit des Bauwerks. Prüfungen und kommunale Beschlüsse zur Vorbereitung laufen seit 2025. Für Abriss und Neubau sind Sperrpausen auf den unter der Brücke verlaufenden Gleisanlagen erforderlich, die in Abstimmung mit der Deutschen Bahn erfolgen. Die Bauzeit wird in mehrere Abschnitte gegliedert, um Technikfenster und Sicherheitsauflagen einzuhalten.
Mit Beginn der Vollsperrung wurde der öffentliche Nahverkehr angepasst. Straßenbahnen fahren nicht mehr über die Brücke. Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) setzt stattdessen Ersatzbusse ein und ändert Linienführungen. Je nach Ziel müssen Fahrgäste laut Stadt mit zusätzlichen Fahrzeiten von bis zu etwa 15 Minuten rechnen. Für den motorisierten Individualverkehr sind weiträumige Umleitungen ausgeschildert. Fuß- und Radverkehr werden rund um den Zoo-Bereich geführt, da die Querung an der Brücke entfällt.
Wichtige Einrichtungen im Umfeld bleiben erreichbar, die Zufahrten ändern sich jedoch. Dazu zählen der Zoo, der Neue Friedhof, die Schwimmhalle und das Ostseestadion. Die Stadt weist darauf hin, aktuelle Hinweise zu Routen, Haltestellenlagen und Taktungen zu beachten; Details werden fortlaufend von Verwaltung und RSAG veröffentlicht.
Im Vorfeld gab es Kritik von Anwohner- und Fahrgastinitiativen. Sie befürchten, dass die bisherige Straßenbahnführung im Bereich der Rennbahnallee langfristig nicht in der bisherigen Form wiederhergestellt wird. Die Stadt verweist darauf, dass politische Alternativen und langfristige Trassenentscheidungen derzeit nicht verbindlich beschlossen sind. Vorrang habe zunächst die sichere Erneuerung der maroden Brücke und die Aufrechterhaltung der Erreichbarkeit des Stadtteils während der Bauzeit.
Der aktuelle Anlass ist der Start der Vollsperrung. Frühere Beratungen und Vorlagen dokumentieren die Vorbereitung des Vorhabens, stellen aber keinen neuen Sachverhalt dar. Verbindliche Terminangaben für den Abschluss nennt die Hansestadt Rostock weiterhin mit dem ersten Halbjahr 2028; Anpassungen im Bauablauf bleiben abhängig von Genehmigungen, Sperrpausen und Witterung.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).