Die Hansestadt Rostock und lokale Sozialträger stellen am 11. September 2026 auf dem Neuen Markt ihre Angebote für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen vor. Der Aktionstag zum bundesweiten Tag der Wohnungslosen läuft von 13:00 bis 18:00 Uhr. Ziel ist es, Wege in Beratung, Notunterbringung und Präventionsprojekte niedrigschwellig sichtbar zu machen.
Als zentrale Bausteine der Rostocker Wohnungsnotfallhilfe nennen die Organisatoren die Notübernachtungsplätze, die Zentrale Fachstelle für Wohnraumerhalt sowie das städtische Projekt „Menschen vor Obdachlosigkeit intelligent schützen“ (MOiNS). MOiNS setzt auf einen wohnungsorientierten Ansatz: Vorrangig sollen Betroffene in dauerhaften Wohnraum begleitet und dabei durch ergänzende Hilfen stabilisiert werden, statt überwiegend auf stationäre oder abstinenzgebundene Angebote zu setzen.
Die Stadt betont die Bedeutung präventiver Beratung. Kommunale Stellen und freie Träger informieren dazu, wie Mietverlust durch Vermittlung, Schuldnerberatung oder kurzfristige finanzielle Hilfen vermieden werden kann. Vorgestellt werden zudem Anlaufstellen, die in akuten Notlagen kurzfristige Unterbringung, medizinische Grundversorgung und psychosoziale Beratung organisieren.
Hintergrund ist eine wachsende Nachfrage nach Hilfen. In früheren Mitteilungen hatte die Verwaltung geschätzt, dass in Rostock mehrere hundert Menschen ohne eigene Wohnung leben könnten; ein Teil davon ist akut auf Notunterkünfte angewiesen. Um belastbare Daten zu Verläufen und Bedarfen zu erhalten, beteiligt sich die Stadt an der Pilotstudie EU Homelessness Counts. Ergebnisse sollen Grundlage für die Weiterentwicklung der Angebote werden.
Für die praktische Versorgung sind neben der Kommune freie Träger wie die Rostocker Stadtmission sowie diakonische und caritative Einrichtungen wichtig. Sie betreiben Notübernachtungen, Beratungsstellen und Wohnungsbegleitende Hilfen. Die Finanzierung erfolgt über städtische Haushaltsmittel und Förderprogramme. Nach Angaben aus dem Rathaus bleibt die Vermittlung in regulären Wohnraum jedoch ein Engpass: Ohne zusätzliche Wohnungen lasse sich die Zahl der Plätze in Notunterkünften langfristig kaum reduzieren.
Der Aktionstag versteht sich als Angebot an die Öffentlichkeit. Er soll Fachkräfte, ehrenamtlich Engagierte und Betroffene vernetzen, Erfahrungen bündeln und Wissenslücken schließen. Belastbare Aussagen zu Wirkungen – etwa zur Zahl neu vermittelter Wohnungen oder zur Reduktion von Straßensituationen – wollen die Verantwortlichen erst nach der Auswertung der Daten aus der Pilotstudie treffen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).