Technische Prüfer haben am 23. Oktober 2026 am historischen Hellingkran an der ehemaligen Neptunwerft in Rostock einen Schaden im oberen Bereich des Auslegers festgestellt. Die Hansestadt Rostock sperrte das Bauwerk umgehend und ließ zwei benachbarte Wohnhäuser vorsorglich räumen. Die Feuerwehr richtete Absperrungen ein und forderte Fachleute für Statik und Schadensanalyse an. Nach aktuellem Stand wurde niemand verletzt.
Nach ersten Mitteilungen weist eine der oberen Stahlstützen des Auslegers eine Bruch- oder Knickstelle auf. Welche Tragreserven noch vorhanden sind, ist Gegenstand laufender Prüfungen. Ein Sprecher der Stadt erklärte, es bestehe die Gefahr, dass Bauteile herabfallen und umliegende Gebäude treffen könnten. Für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner standen zeitweise eine Notunterkunft und das nahegelegene Neptun-Einkaufszentrum bereit.
Die Stadt berief einen Verwaltungsstab ein, der die nächsten Schritte koordiniert. Diskutiert werden kurzfristige Sicherungsmaßnahmen, darunter eine temporäre Abstützung des Auslegers mithilfe eines mobilen Großkrans. Ob der Hellingkran anschließend stabilisiert oder teilweise zurückgebaut werden muss, soll nach einer statischen Bewertung entschieden werden. Konkrete Zeitpläne nannte die Stadt zunächst nicht.
Der Hellingkran ist ein weithin sichtbares Industriedenkmal am Warnow-Ufer und Teil der maritimen Identität Rostocks. Er entstand in den 1970er Jahren auf dem Gelände der Neptunwerft und wird heute nicht mehr für den Werftbetrieb, sondern als Ort für Führungen und Veranstaltungen genutzt. Der Förderverein Tradition Ostseeschifffahrt engagiert sich seit Jahren für Erhalt und Vermittlung. In den vergangenen Jahren wurde der Kran in der Öffentlichkeit auch als „Hochzeitskran“ bekannt, weil dort Trauungen angeboten werden.
Hintergrund und Interessenlage: Die Stadt muss akute Gefahrenabwehr und mögliche Folgekosten mit Fragen des Denkmalschutzes abwägen. Der unmittelbare Nahbereich des Krans grenzt an Wohnbebauung und öffentliche Wege; damit haben Entscheidungen über Sicherung oder Eingriffe in die Substanz unmittelbare Auswirkungen auf Anwohnerinnen und Anwohner. Fachleute betonen, dass bei älteren Stahlkonstruktionen nicht nur sichtbare Schäden, sondern auch Korrosion und Materialermüdung die Standsicherheit beeinflussen können. Prognosen zum weiteren Verlauf machten die Behörden am Donnerstag nicht. Fest steht: Bis zur Klärung der Statik bleibt der Bereich gesperrt und die Sicherung des Auslegers hat Vorrang.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).