Am 28. Oktober 2026 haben in mehreren Orten Baden-Württembergs Kinder den Brauch des Rübengeisterns gepflegt. Ausgehöhlte Futterrüben mit eingeschnitzten Gesichtern und Kerzen standen bei kleinen Umzügen und Werkstätten im Mittelpunkt. Der SWR berichtete an diesem Tag über Aktionen unter anderem in Dornstadt und Ulm-Söflingen, wo Rübenlaternen statt amerikanischer Kürbisse verwendet wurden. Nach Angaben der Veranstalter gehörten lokale Sprüche und Lieder dazu; mancherorts wurden die Umzüge von Heimatvereinen oder Museen begleitet.
Die Landesstelle für Alltagskultur beim Landesmuseum Württemberg ordnet das Rübengeistern als historisch verwurzelten Herbstbrauch in Südwestdeutschland ein. Die Ethnologin Sabine Zinn-Thomas beschreibt es als Mischung aus Lichterbrauch und Heischebrauch, die in ländlichen Regionen lange gebräuchlich war. Belegt ist, dass das Schnitzen von Rübenlaternen vielerorts praktiziert wurde, bevor sich Kürbisse verbreiteten. Der soziale Charakter des Brauchs – gemeinsames Gestalten, Singen und gelegentliches Sammeln – bleibt laut Kulturforschung zentral.
Regional ist die Praxis unterschiedlich lebendig. In Oberschwaben, im Linzgau und in Gemeinden des Alb-Donau-Kreises wird sie weiterhin gepflegt oder gezielt belebt. Bereits am 16. Oktober 2026 bot das Oberschwäbische Museumsdorf Kürnbach eine Kinderwerkstatt unter dem Titel „Freche Rübengeister“ an; im Oktober warb zudem eine Reihe von Kommunen für öffentliche Umzüge. Lokale Museen dokumentieren die Varianten des Brauchs und bieten museumspädagogische Formate an, um Wissen und Lieder an jüngere Generationen weiterzugeben.
Beteiligte unterscheiden das Rübengeistern klar von Halloween. Zwar gibt es Überschneidungen bei Lichtern und Verkleidungen, doch steht beim Rübengeistern nachweislich das gemeinschaftliche Schnitzen, Singen und das Vortragen überlieferter Sprüche im Vordergrund. Veranstalter verweisen auf handwerkliche und bildungsbezogene Aspekte: Kinder lernen einfache Schnitztechniken und regionale Überlieferungen kennen.
Gleichzeitig wandelt sich der Brauch. Kulturforschung und Kommunen nennen die geringere Verfügbarkeit geeigneter Rüben sowie Sicherheitsvorgaben für offene Flammen als Gründe für Anpassungen. Häufig kommen batteriebetriebene Lichter zum Einsatz, und viele Aktivitäten verlagern sich in betreute Werkstätten oder Museumsprogramme. Dennoch zeigen die Berichte vom 28. Oktober 2026 eine breite Beteiligung und ein anhaltendes Interesse. Das Rübengeistern erweist sich damit als lebendige, regional verankerte Alltagskultur, die lokale Identität stiftet und ehrenamtliches Engagement bündelt – getrennt von, aber zeitlich nah an Halloween.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).