Rumäniens Luftwaffe hat nach Regierungsangaben zwei Drohnen über den territorialen Gewässern des Landes im Schwarzen Meer abgeschossen. Das Verteidigungsministerium in Bukarest erklärte, die unbemannten Flugkörper seien am 17. Oktober nahe der Donaumündung bei Sulina in den nationalen Luftraum eingedrungen und innerhalb weniger Minuten von F-16 abgefangen worden. Über Schäden oder Trümmerfunde machte die Behörde zunächst keine Angaben. Die NATO-Partner seien über den Vorfall informiert worden, hieß es weiter.
Laut Ministerium erreichte die erste Drohne den rumänischen Luftraum um 17:59 Uhr Ortszeit und wurde um 18:01 Uhr zerstört. Eine zweite Drohne sei kurz darauf, gegen 18:05 Uhr, östlich von Sulina abgeschossen worden. Die Streitkräfte setzten demnach Alarmkräfte der Luftverteidigung ein. Unabhängige Bestätigungen zu Ort und Zeiten liegen bislang nicht vor; Medienberichte in der Region decken sich jedoch in den Grundzügen mit der Darstellung aus Bukarest.
Zur Herkunft der Flugkörper äußerte sich das Ministerium zurückhaltend. Es ordnete die Systeme der als Geran bezeichneten Drohnenfamilie zu, eine Bezeichnung, die in internationalen Berichten mit russisch genutzten Varianten iranischer Muster in Verbindung gebracht wird. Wer die Drohnen steuerte, blieb offen. Russland bestreitet regelmäßig, Drohnen gezielt in den Luftraum von NATO-Staaten zu lenken. Eine forensische Auswertung, die Rückschlüsse auf konkrete Verantwortliche zulässt, lag bis zum Redaktionsschluss nicht vor.
Der Vorfall fügt sich in eine Serie von Zwischenfällen in der Schwarzmeerregion, in der seit Monaten wiederholt Drohnenbewegungen und Gefährdungen der Schifffahrt registriert werden. Rumänien hatte zuletzt die Luftraumüberwachung und die Abwehrfähigkeiten entlang der Küste verstärkt. In Bukarest wird erwartet, dass die Lage im Rahmen der Bündniskonsultationen weiter erörtert wird. Ziel sei die engere Abstimmung bei Überwachung, Frühwarnung und dem Schutz des zivilen Verkehrs im Schwarzen Meer.
Das Verteidigungsministerium kündigte an, die Beobachtung des See- und Luftraums fortzusetzen und bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die territoriale Integrität zu wahren. Konkrete Einschränkungen für Häfen oder die Schifffahrt wurden zunächst nicht bekannt. Weitere Informationen, etwa zu geborgenen Trümmern oder zu technischen Merkmalen der abgeschossenen Drohnen, sollen nach laufender Prüfung veröffentlicht werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).