Magdeburg, 24. August 2026 – Sachsen-Anhalt stellt zum Beginn des Schuljahres 2026/2027 den speziell für Schulen entwickelten KI-Chatbot AIS.chat landesweit bereit. Das Ministerium für Bildung in Magdeburg ordnet den Rollout als Baustein der Digitalstrategie für den Unterricht ein und hebt hervor, dass der Dienst innerhalb der Europäischen Union betrieben wird und die datenschutzrechtlichen Vorgaben für schulische Anwendungen erfüllt. Die Nutzung ist in einem geschützten Rahmen vorgesehen; die pädagogische Verantwortung liegt bei den Lehrkräften.
Nach Angaben des Ministeriums sind für die Anwendung keine Klarnamen von Schülerinnen und Schülern erforderlich. Erhobene Nutzungsdaten sollen nicht für Werbezwecke, Profilbildung oder das Training von Modellen verwendet werden. Genannte Einsatzszenarien reichen von Unterstützung bei der Materialerstellung über Text- und Quellenanalysen bis zur Entwicklung fachspezifischer Lernhilfen. Das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung (LISA) bietet begleitend Fortbildungen an, damit Lehrkräfte Antworten des Systems didaktisch einordnen und methodisch sinnvoll einbinden können.
Die Einführung in Sachsen-Anhalt knüpft an einen länderübergreifenden Entwicklungsprozess an. Berlin setzt AIS.chat bereits als schulischen Dienst ein. In Sachsen-Anhalt entscheiden die Schulen im Rahmen landesweiter Vorgaben eigenständig über den Einsatz und die Integration in bestehende digitale Arbeitsumgebungen.
Offene Punkte bleiben mit Blick auf die praktische Umsetzung: Die Mitteilungen des Ministeriums skizzieren die Einbindung der Datenschutzaufsicht und technische Prüfprozesse nur in Grundzügen. Aus der Schulpraxis werden transparente Prüfberichte zur Funktionsweise und zur Fehlerquote der verwendeten Modelle sowie klare Empfehlungen für alters- und fachspezifische Einsatzszenarien gefordert. Das Ministerium verweist auf Informationsmaterialien auf dem Bildungsserver sowie auf das Fortbildungsangebot des LISA, das im Verlauf des Schuljahres ausgebaut werden soll.
Mit der landesweiten Bereitstellung von AIS.chat erhält der Unterricht in Sachsen-Anhalt ein weiteres digitales Werkzeug. Der Nutzen im Alltag dürfte wesentlich davon abhängen, ob Schulen verlässliche Hinweise zu Grenzen und Risiken generativer KI erhalten, ob Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen dauerhaft nachweisbar eingehalten werden und ob Fortbildungen die fachlichen wie methodischen Anforderungen in den Fächern adressieren. Fakten, die das Ministerium heute betont – EU-Hosting, datensparsame Nutzung und keine sekundäre Verwertung von Nutzungsdaten – bilden dafür die Grundlage; ihre Umsetzung im Regelbetrieb wird in den kommenden Monaten zu beobachten sein.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).