Der Freistaat Sachsen stellt 53,53 Millionen Euro für den Neubau eines Mitteldeutschen Infektionsschutzzentrums am Klinikum St. Georg in Leipzig bereit. Das gaben Staatskanzlei und Sozialministerium am 25. August 2026 bekannt. Die Mittel stammen aus dem Sachsenfonds; Beiträge von Thüringen und Sachsen-Anhalt werden angestrebt und würden den sächsischen Anteil verringern. Über die genaue Aufteilung und die haushaltsrechtliche Freigabe entscheidet der Haushalts- und Finanzausschuss im Sächsischen Landtag.
Kern des Vorhabens ist eine stationäre Sonderisolierstation sowie ein regionales Kompetenzzentrum für Diagnostik, Behandlung und Koordination bei schweren Infektionskrankheiten. Das Zentrum soll Patientinnen und Patienten aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt aufnehmen und sowohl den Regelbetrieb als auch den Sonderbetrieb bei Ausbrüchen gewährleisten. Die Landesregierung verweist auf die zentrale Lage Leipzigs und die vorhandenen Strukturen des Klinikums St. Georg als Grundlage für eine gebündelte Spezialversorgung in Mitteldeutschland.
Nach Angaben des Sozialministeriums befindet sich die Planung in Vorbereitung. Der Bau soll schrittweise realisiert werden; konkrete Zeit- und Bauabschnitte stehen unter dem Vorbehalt weiterer Beschlüsse und der Ausschreibung von Planungs- und Bauleistungen. Verhandlungen mit Thüringen und Sachsen-Anhalt über eine finanzielle und organisatorische Beteiligung laufen. Zuständigkeiten für Betrieb, Finanzierung und Einsatzkoordination bleiben Ländersache und werden in den kommenden Beschlüssen präzisiert.
Der Schritt folgt auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Pandemie- und Ausbruchsgeschehen, in deren Folge Länder und Kliniken Laborkapazitäten, Isoliermöglichkeiten und Kooperationsstrukturen ausgebaut haben. Mit dem jetzt angekündigten Neubau soll eine dauerhaft vorgehaltene Infrastruktur entstehen, die im Ernstfall schnell skalierbar ist und zugleich im Normalbetrieb spezialisierte Leistungen anbietet. Die Finanzierung über den Sachsenfonds ist als Beitrag zur Stärkung der Gesundheits- und Katastrophenschutz-Infrastruktur ausgewiesen.
Das Projekt ist nicht auf Leipzig als Einzelstandort begrenzt, sondern als vernetzte Einrichtung für Mitteldeutschland angelegt. Nächste formale Schritte sind die Befassung des Haushalts- und Finanzausschusses, die Ausarbeitung des Leistungsprofils und die Vergabe von Planungsleistungen. Weitere Details zu Zeitplänen und Kostenanteilen wollen die beteiligten Stellen nach Vorliegen der Gremienentscheidungen veröffentlichen.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).