Aktuell

Save the Children warnt: Hunderttausende Rohingya in Bangladesch akut von Hunger bedroht

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children meldet eine drastische Verschlechterung der Versorgungslage in den Rohingya-Lagern bei Cox’s Bazar. In Teilen der Camps soll bis zu ein Drittel der Menschen von einer ernsten Ernährungskrise betroffen sein.

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children warnt vor akuter Ernährungsnot in den Rohingya-Flüchtlingslagern im Südosten Bangladeschs. Nach neuen Angaben der Organisation droht in einigen Camp-Bereichen bei Cox’s Bazar eine zugespitzte Lage, in der bis zu ein Drittel der dort lebenden Menschen Anzeichen einer „Krise“ der Nahrungsmittelversorgung zeigt. Besonders gefährdet seien Kinder, deren Zugang zu Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Basisgesundheitsdiensten weiter unter Druck gerate.

Als Hauptgründe nennt Save the Children gekürzte internationale Hilfsgelder, erschwerte Logistik sowie steigende Preise für Grundnahrungsmittel. Dadurch würden Lebensmittelverteilungen und therapeutische Programme gegen akute Mangelernährung ausgedünnt. Die Organisation fordert zusätzliche Mittel, um Ernährungs- und Wasserversorgung aufrechtzuerhalten und die Behandlung unterernährter Kinder auszuweiten.

In den Großlagern des Distrikts Cox’s Bazar leben weiterhin mehr als eine Million Rohingya, die vor allem seit der gewaltsamen Vertreibung aus Myanmar 2017 nach Bangladesch geflohen sind. Unabhängige Bewertungen der Versorgungslage verweisen seit Jahren auf eine strukturelle Verwundbarkeit der Camps, in denen die Menschen ohne reguläre Erwerbsmöglichkeiten leben und fast vollständig von Hilfe abhängig sind. Parallel läuft vor dem Internationalen Gerichtshof ein Verfahren, in dem Myanmar wegen des Vorwurfs eines Völkermords an den Rohingya zur Verantwortung gezogen werden soll – eine politische und rechtliche Gemengelage, die absehbare Lösungen zur sicheren Rückkehr der Geflüchteten erschwert.

Unicef und andere UN-Partner dokumentieren regelmäßig hohe Raten von Mangelernährung bei Kindern sowie wiederkehrende Ausbrüche vermeidbarer Krankheiten in den Lagern. Laut den verfügbaren Lageupdates verschärfen Finanzierungslücken die Risiken für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder besonders deutlich.

Die aktuellen Warnungen wurden am 25. August 2026 auch vom deutschen Sender Deutschlandfunk aufgegriffen. Save the Children hat zugleich internationale Appelle an Geberländer erneuert. In den vorliegenden Mitteilungen sind keine neuen deutschen Finanzzusagen ausgewiesen. Für eine belastbare Einordnung des Ausmaßes – etwa hinsichtlich Anteilen der Haushalte in Krisen‑ oder Notfallsituationen – sind ergänzende Angaben aus konsolidierten UN- und IPC‑Analysen maßgeblich. Die Kernaussage bleibt: Ohne rasche zusätzliche Hilfen drohen Versorgungslücken, die vor allem Kinder treffen und die humanitäre Lage in Cox’s Bazar weiter destabilisieren könnten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk