Bei einer Überprüfung von Waffen in der Gemeinde Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz ist am 8. Oktober 2026 ein Mitarbeiter des Landratsamts tödlich verletzt worden. Eine weitere Beschäftigte wurde schwer verletzt. Das bestätigte die Polizei Oberpfalz. Nach ersten Angaben fielen die Schüsse im Zusammenhang mit einem behördlichen Kontrolltermin in einem Wohnhaus.
Mehrere Notrufe wegen schussähnlicher Geräusche gingen laut Polizei gegen 14:00 Uhr ein. Einsatzkräfte sperrten den Bereich weiträumig ab, Spezialkräfte übernahmen die Lage, ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Der mutmaßliche Schütze verschanzte sich demnach zeitweise in dem Gebäude. Angaben zur Identität der Betroffenen und zu möglichen Motiven machte die Polizei zunächst nicht.
Das Landratsamt Neumarkt teilte mit, es habe einen Krisenstab eingerichtet und stehe in enger Abstimmung mit der polizeilichen Einsatzleitung. Weitere Details zum Ablauf der Kontrolle und zu Sicherheitsvorgaben nannte die Behörde zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Ermittlungen zu Tatablauf, Tatwaffe und Hintergründen laufen.
Waffenkontrollen in Privatwohnungen finden in Bayern in der Regel nach dem Waffengesetz und den dazugehörigen Ausführungsbestimmungen statt. Sie werden angekündigt oder – in begründeten Fällen – unangekündigt durchgeführt und dienen der Überprüfung von Aufbewahrung, Rechtmäßigkeit und Zustand der registrierten Waffen. Ob im vorliegenden Fall von den üblichen Verfahrensregeln abgewichen wurde oder ob es vor Ort Warnhinweise gab, ließ die Polizei offen.
Am Abend lagen weiterhin keine gesicherten Informationen zur Frage vor, ob es eine vorherige Gefährdungsbewertung gab, wie viele Schüsse abgegeben wurden und in welchem Abstand die ersten Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden konnten. Die Polizei bat, Spekulationen zu unterlassen, und kündigte an, nach Abschluss der ersten Maßnahmen weitere Informationen zu verbreiten.
Berngau liegt südlich von Neumarkt in der Oberpfalz. Der Ortskern wurde für die Dauer des Einsatzes abgesperrt, Anwohnerinnen und Anwohner sollten das Gebiet meiden. Hinweise auf weitere Gefahrenlagen lagen der Polizei nicht vor. Die Behörden stellten in Aussicht, die Sicherheitsabläufe bei der Durchführung von Waffenkontrollen auszuwerten, sobald die akuten Ermittlungen abgeschlossen sind.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).