CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat in der Sendung Münchner Runde des Bayerischen Rundfunks am 30. September 2026 betont: „Friedrich Merz ist Bundeskanzler und bleibt Bundeskanzler.“ Die CSU werde keine Versuche unterstützen, Merz aus dem Amt zu drängen, so Söder. Ein offener Machtkampf in der Union könne ein „Debakel“ auslösen, sagte er, und im Extremfall vorgezogene Neuwahlen begünstigen.
Söder verwies auf die verfassungsrechtlichen und politischen Hürden für einen schnellen Kanzlerwechsel. Eine tragfähige parlamentarische Mehrheit für einen geordneten Regierungswechsel sei derzeit nicht erkennbar. Mit seiner Festlegung will der CSU-Vorsitzende nach eigener Darstellung Spekulationen beenden, die sich nach jüngsten Wahlergebnissen und internen Debatten in der Union verstärkt hatten.
Hintergrund der Äußerungen sind anhaltende Diskussionen in Teilen der CDU und in Medien über Kurs und Führung der Bundesregierung unter Friedrich Merz. Söder stellte klar, dass die CSU als Schwesterpartei der CDU keine aktive Rolle bei Szenarien übernehmen werde, die auf eine Ablösung des Bundeskanzlers zielen. Wörtlich sagte er, eine Personaldebatte zur Unzeit schade der Union mehr, als sie nütze.
Beobachter interpretieren den Auftritt als taktisches Signal der Stabilität nach außen. Zugleich bleibt offen, wie sich die innerparteilichen Diskussionen in der CDU entwickeln. Sollte dort der Druck für eine Kurskorrektur wachsen, könnte Söders klare Rückendeckung für Merz neue Reibungen zwischen CSU und kritischen CDU-Kreisen erzeugen. Fest steht: Konkrete Mehrheiten für alternative Konstellationen sind derzeit nicht absehbar; weitergehende Prognosen bleiben spekulativ.
In der Münchner Runde äußerte sich Söder zudem zurückhaltend zu einer möglichen Kandidatur von Ilse Aigner für das Amt des Bundespräsidenten. Er vermied Festlegungen und verwies auf anstehende parteiinterne Beratungen. Zur Lage der Union nach jüngsten Landtagswahlen sagte Söder, entscheidend sei nun Geschlossenheit; programmatische Weichenstellungen würden in den zuständigen Gremien beraten.
Söders Botschaft zielt insgesamt darauf, die Regierungsfähigkeit zu unterstreichen und die Gerüchte um einen baldigen Wechsel im Kanzleramt zu dämpfen. Ob dies die Debatte in der CDU tatsächlich beruhigt, hängt von kommenden Beschlüssen in Partei- und Fraktionsgremien ab. Für den Moment setzt die CSU-Führung auf das Signal, dass Personalfragen nicht im Fernsehen, sondern im Parlament und in den Parteien entschieden werden – und dass Friedrich Merz im Amt bleibt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).