Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender Markus Söder hat am 30. September 2026 in der Sendung «Münchner Runde» des Bayerischen Fernsehens vor den Folgen einer internen Debatte über das Amt des Bundeskanzlers gewarnt. Söder sagte, ein derzeitiger Versuch, Friedrich Merz als Kanzler zu ersetzen, könne in einem „Debakel oder sogar Neuwahlen“ enden, falls sich im Bundestag keine neue Mehrheitskonstellation fände. Darauf folgte die deutliche Feststellung: „Friedrich Merz ist Kanzler und bleibt Kanzler.“
Die Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund mehrerer verlustreicher Landtagswahlen für die CDU in den vergangenen Wochen, die in der Union Diskussionen über Führung und Kurs verschärft haben. Söder verwies auf Stimmen in der Sozialdemokratie, die «vielleicht eine Linkskoalition» befürworteten, und machte damit deutlich, dass ein personeller Umbruch in Berlin nicht nur parteiintern, sondern auch im parlamentarischen Kräfteverhältnis riskant sein könne.
Die Aussagen sind sowohl vom Bayerischen Rundfunk dokumentiert als auch von Agentur- und Qualitätsmedien übernommen worden. Die dpa-Meldung zur Rede Söders wurde in mehreren Regional- und überregionalen Medien verbreitet; Handelsblatt und die Süddeutsche Zeitung berichteten am Abend des 30. September 2026 ebenfalls über Söders Appell, personelle Spekulationen in der Union zu beenden.
Söder betonte zugleich, er selbst favorisiere keine sofortige Ablösung; er bezeichnete Wechsel im Amt des Kanzlers als verfassungsrechtlich nur unter „extremen“ Bedingungen denkbar. Außerdem sagte er, er wolle weiterhin Ministerpräsident in Bayern bleiben und sprach sich gleichzeitig für die mögliche Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner für das Amt des Bundespräsidenten aus. Zur Zeitplanung für eine entsprechende Einigung zwischen CDU und CSU nannte Söder einen Zeitraum „Ende Oktober, Anfang November“ 2026.
Söders Stellungnahme folgt dem strategischen Interesse der CSU, Stabilität der Regierungsarbeit in Berlin zu betonen und eigene Einflussmöglichkeiten zu wahren, ohne offen die CDU-Führung zu attackieren. Politisch stehen Union und Bundesregierung wegen der jüngsten landespolitischen Verlusten unter Druck; gleichzeitig ist eine zügige, interne Klärung für die Union wichtig, um weitere Verluste an Vertrauen bei Wählerinnen und Wählern zu vermeiden.
Tatsachen und Zuschreibungen: Zitatnahe Formulierungen stammen aus der BR-Sendung «Münchner Runde» vom 30. September 2026; Angaben zu Weiterverbreitung und Agenturberichterstattung basieren auf den dpa-Berichten und auf Berichterstattung des Handelsblatts und der Süddeutschen Zeitung vom selben Tag. Prognosen über politische Folgen bleiben als mögliche Szenarien gekennzeichnet.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).