Im Bezirk Altona sollen zwei zentrale Angebote der Drogen- und Wohnungslosenhilfe wegfallen: Die Sozialbehörde hat die Schließung der Kontakt- und Beratungsstelle Palette in der Stresemannstraße sowie die Abwicklung der Wohnstätte Malteser Nordlicht in Bahrenfeld noch im laufenden Jahr angekündigt. Nach Behördenangaben stehen organisatorische Neuzuordnungen und Förderentscheidungen hinter dem Schritt; für das Malteser Nordlicht wird die laufende Förderung beendet, notwendige Sanierungen übernimmt die Stadt nicht.
Die Palette gilt seit Jahren als niedrigschwelliger Anlaufpunkt für Menschen mit Substanzgebrauch im Umfeld des Holstenplatzes. Trägerangaben zufolge nutzen täglich 40 bis 70 Personen die Einrichtung für Kontakt, Beratung und grundlegende Versorgung. Die Sozialbehörde verweist darauf, der Treffpunkt sei ursprünglich als Übergangslösung gedacht gewesen, bis eine neue Tagesaufenthaltsstätte im Quartier öffne; dort sei Konsum allerdings nicht erlaubt. Als Alternativen nennt sie aufsuchende und spezialisierte Hilfen wie Stay Alive und das Drob Inn.
Vertreterinnen und Vertreter der Bezirksversammlung Altona kritisieren das Vorgehen scharf. Viele Mitglieder hätten erst kurzfristig im Sozialausschuss von den Plänen erfahren. Fraktionsübergreifend wird der Palette eine stabilisierende Wirkung für das Quartier zugeschrieben; zudem seien die genannten Alternativangebote bereits stark ausgelastet. Der Sozialausschuss forderte am 2. September 2026 einstimmig, die Schließung zu stoppen oder zumindest belastbare Ersatzangebote festzulegen.
Das Malteser Nordlicht, eine seit mehr als drei Jahrzehnten bestehende Übergangsunterkunft mit zuletzt 26 Plätzen für besonders vulnerable, obdachlose und drogenabhängige Männer, soll bis Ende Oktober 2026 schließen. Der Träger warnt – wie auch Fachstellen – vor einer Lücke in der Versorgung. Mit dem Ende der Einrichtung entfielen Übernachtungsplätze sowie niedrigschwellige Zugänge zu Beratung, Duschmöglichkeiten und einer Postadresse. Der Druck auf aufsuchende Dienste und stationäre Einrichtungen dürfte zunehmen.
Die Ankündigungen sind durch Berichte des NDR und Unterlagen der Bezirksversammlung Altona dokumentiert; die Malteser Werke bestätigten die Pläne für das Nordlicht. Die Sozialbehörde äußerte sich zu den haushalterischen Rahmenbedingungen und den vorgesehenen Alternativen. Politische Beschlüsse der Hamburgischen Bürgerschaft oder neue Finanzierungszusagen, die die Schließungen abwenden könnten, liegen bislang nicht vor. Damit steht das Hilfesystem im Bezirk Altona vor einem tiefen Einschnitt, dessen Folgen für die öffentliche Ordnung und die Versorgungssicherheit im Umfeld von Holstenplatz und Stresemannstraße die kommenden Wochen prägen dürften.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).