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Staatsschutz ermittelt nach Morddrohung gegen Charlotte Knobloch in München

Im Englischen Garten in München ist am 11. September 2026 eine Morddrohung gegen Charlotte Knobloch entdeckt worden. Staatsschutz und Generalstaatsanwaltschaft München ermitteln; Knobloch sagte eine geplante Veranstaltung ab.

Im Englischen Garten in München ist am 11. September 2026 eine auf eine Parkbank und einen Mülleimer gesprühte Morddrohung gegen Charlotte Knobloch entdeckt worden. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sagte daraufhin ihre Teilnahme an einer am Abend geplanten Buchvorstellung ab. Der Staatsschutz der Polizei ermittelt, die Generalstaatsanwaltschaft München ist eingeschaltet.

Nach Angaben der Ermittler bezog sich die Drohung ausdrücklich auf den Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 und stellte einen Zusammenhang mit der AfD her. Die Polizei stuft den Vorfall als staatschutzrelevantes Delikt ein. Konkrete Hinweise auf Tatverdächtige lagen zunächst nicht vor; die Polizei bittet um Zeugenhinweise. Die strafrechtliche Einordnung prüft die Generalstaatsanwaltschaft München.

Charlotte Knobloch, Jahrgang 1932, gehört zu den profiliertesten Stimmen des jüdischen Lebens in Deutschland. Sie steht der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern vor und leitete zuvor den Zentralrat der Juden in Deutschland. In den vergangenen Jahren warnte sie wiederholt vor zunehmendem Antisemitismus und berichtete über eine erhöhte Bedrohungslage, insbesondere für exponierte Repräsentantinnen und Repräsentanten jüdischer Gemeinden. Sicherheitsbehörden und zivilgesellschaftliche Organisationen beschreiben seit längerem eine angespannte Lage und verweisen auf eine Zunahme einschlägiger Delikte.

Der aktuelle Vorfall steht zeitlich in Nähe zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt. Medien berichten, dass die aufgebrachte Formulierung in München selbst den Bezug zur AfD herstellt. Offizielle Ergebnisse zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bestätigten einen Wahlsieg der Partei. Politische Bewertungen dieses Ergebnisses und mögliche gesellschaftliche Folgen werden derzeit breit diskutiert. Diese Einschätzungen sind Einordnungen, keine Feststellungen der Ermittlungsbehörden.

Die Ermittlungen zum Tatgeschehen in München laufen. Feststellungen zu Täterschaft, Motiv und möglichen Netzwerken liegen bislang nicht vor. Behörden geben an, alle Spuren auszuwerten und die Gefährdungslage für potenziell betroffene Personen fortlaufend zu prüfen. Aussagen von Betroffenen und politischen Akteuren sind als solche zu verstehen; belastbare Aussagen der Polizei werden nach gegenwärtigem Stand auf das Notwendige beschränkt veröffentlicht.

Der Fall wirft erneut die Frage auf, wie jüdische Einrichtungen und Persönlichkeiten in Deutschland effektiv geschützt werden können. Die Polizei verweist auf bestehende Schutzkonzepte, die bei Bedarf angepasst werden. Über konkrete Maßnahmen im Zusammenhang mit der Drohung im Englischen Garten macht sie aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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