Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, fordert ein Umdenken in der Verkehrsplanung, um Städte besser gegen Hitze zu wappnen. Breite Straßen, großflächige Parkplätze und dichter motorisierter Verkehr verstärkten die Aufheizung urbaner Räume, heißt es aus dem Verband. Priorität hätten deshalb Maßnahmen, die Flächen neu verteilen: weniger Raum für Autos, mehr Bäume und Grünzüge sowie ein gestärkter ÖPNV.
Der Städtetag verweist auf gesundheitliche Risiken und Belastungen für die städtische Infrastruktur, wenn Hitzeperioden häufiger und länger andauern. Asphalt- und Betonflächen speicherten Wärme, während fehlende Beschattung und versiegelte Oberflächen Kühlung verhinderten. Aus Sicht des Verbands lassen sich kurzfristige Verbesserungen erzielen, wenn Kommunen Park- und Fahrspuren reduzieren, entsiegeln und gezielt beschatten, den öffentlichen Verkehr im Takt verdichten und Aufenthaltsorte wie Haltestellen besser ausstatten.
Zugleich mahnt der Städtetag die klamme kommunale Finanzlage an. Investitionen in Beschattung, Baumverpflanzungen, wasserdurchlässige Beläge und eine hitzeresiliente Nahverkehrsinfrastruktur seien kostenintensiv und erforderten verlässliche, mehrjährige Mittel. Der Verband verlangt daher verbindliche Finanzierungszusagen und eine klarere Abstimmung der Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen. In der politischen Debatte steht zudem eine mögliche Grundgesetzänderung im Raum, um Hitzeschutz als gemeinsame Aufgabe zu verankern; Befürworter erhoffen sich davon eine stabile Förderarchitektur.
Konkret nennt der Städtetag die Umwidmung von Verkehrsflächen zugunsten von Stadtgrün, Vorrang für den ÖPNV und überdachte Haltestellen. Ergänzend werden Anreize für Jobräder, Carsharing und logistische Lösungen angeregt, die Lieferverkehre bündeln. Aus dem Gesundheits- und Pflegebereich kommt Unterstützung, Hitzeschutz systematisch in die Krisenvorsorge aufzunehmen. Gleichzeitig werden Zielkonflikte betont: Umbauten können Anwohner, Handel und Logistik kurzfristig belasten; Übergänge müssten planbar gestaltet werden.
Die Forderungen des Deutschen Städtetags setzen den Rahmen für die anstehenden Verhandlungen über Finanzierung, Zuständigkeiten und Umsetzungsfristen. Entscheidend wird sein, ob Bund und Länder rasch Planungssicherheit schaffen und Kommunen die rechtlichen sowie finanziellen Spielräume erhalten, um Verkehrsplanung, Flächennutzung und Stadtgrün hitzeschutzwirksam auszurichten. Jung und der Verband signalisieren Gesprächsbereitschaft, drängen aber auf Tempo, damit Maßnahmen rechtzeitig vor den nächsten Hitzewellen greifen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).