Die Bürgerschaft der Hansestadt Stralsund hat am 24. August 2026 zusätzliche Mittel für den Innenausbau des denkmalgeschützten Segelschulschiffs Gorch Fock I bewilligt. Der Beschluss reagiert auf fortgeschriebene Planungen und laufende Vergabeverfahren für die museale Nutzung des Schiffes und stellt die Weichen für die nächste Etappe der Sanierung.
Konkret umfasst die anstehende Ausbaustufe wesentliche Arbeiten im Schiffsinneren: Isolierungen, Boden- und Wandaufbauten, Haustechnik, Brandmelde- und Sicherheitstechnik sowie die barrierearme Erschließung. Parallel werden Leistungen für Konzeption, Gestaltung und Umsetzung einer modularen Dauerausstellung ausgeschrieben. Entsprechende Bekanntmachungen laufen nach Angaben der Stadt über reguläre Vergabewege; für konzeptuelle Leistungen und Ausstattungen sind EU-weite Verfahren angesetzt, die auf der EU-Vergabeplattform TED veröffentlicht werden.
Mit dem nun ermöglichten Schritt wird die zweite Bauphase fortgesetzt. Die erste Phase hatte sich auf die Sicherung der Schwimmfähigkeit, Arbeiten an Rumpf und Takelage sowie zentrale Brandschutzmaßnahmen konzentriert. Als Standort für Werft- und Ausbaumaßnahmen dient weiterhin der Maritimer Industrie- und Gewerbepark rund um die Volkswerft Stralsund, wo das Schiff seit 2023 etappenweise überarbeitet wird.
Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus öffentlichen Mitteln und dem städtischen Haushalt. Die Stadtverwaltung Stralsund betont, dass die endgültige Mittelbindung jeweils an förmliche Förderbescheide und den Abschluss der Vergabeverfahren geknüpft bleibt. Für einzelne Bausteine liegen nach städtischen Unterlagen Förderzusagen vor; weitere Zuwendungen werden in Abstimmung mit Landesstellen in Mecklenburg-Vorpommern und europäischen Programmen geprüft. Über die Budgetschritte entscheidet die Bürgerschaft auf Basis der eingebrachten Vorlagen und Haushaltsbeschlüsse.
Mit der Aufwertung des historischen Schiffs verfolgt Stralsund ein doppeltes Ziel: Die Gorch Fock I soll als technisches und kulturhistorisches Denkmal erhalten und zugleich als Ausstellungs- und Veranstaltungsort in die touristische Infrastruktur der UNESCO-Welterbestadt eingebunden werden. Befürworter verweisen auf zusätzliche Besucherpotenziale und einen stadtprägenden Lernort maritimer Geschichte; Skeptiker mahnen eine strikte Kostenkontrolle und klare Betriebskonzepte an. Der weitere Zeitplan hängt von den Ausschreibungsergebnissen, der baulichen Abfolge im Innenausbau und der termingerechten Lieferung der Ausstellungskomponenten ab. Erst nach Zuschlag und Vorliegen aller Bescheide kann die Stadt die nächsten Aufträge freigeben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).