Der Bau‑Monitor 2026 des Pestel‑Instituts, am 26. August veröffentlicht, meldet einen markanten Rückgang der Neubautätigkeit und beziffert das Wohnungsdefizit in Bayern auf rund 220.000 Einheiten. Bundesweit liege die Lücke laut Studie bei etwa 1,35 bis 1,4 Millionen Wohnungen. Das Gutachten, erstellt im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff‑Fachhandel, verknüpft die schwache Bautätigkeit mit dämpfenden Effekten auf Wachstum und Beschäftigung, besonders in Ballungsräumen.
Als Haupttreiber nennt die Untersuchung gestiegene Baukosten, höhere Finanzierungskosten und weiter wirksame regulatorische Hürden. Gegenüber dem „starken Baujahr“ 2023 sei die Zahl neu begonnener Wohnungsbauten deutlich gesunken. Für Bayern hält die Studie fest, dass ein Anteil von gut drei Prozent des Bestands fehlt, um den Bedarf zu decken – eine Lücke, die sich in den Großräumen München, Nürnberg‑Fürth‑Erlangen und Augsburg besonders bemerkbar mache.
Die wirtschaftlichen Folgen beschreibt der Bau‑Monitor 2026 als spürbar: Geringere Bauvolumina schwächen Vorleistungsnachfrage, Umsätze im Bausektor und kommunale Entwicklungsspielräume. Branchenverbände der Wohnungswirtschaft warnen vor anhaltenden Investitionshemmnissen, falls Genehmigungs- und Planungsverfahren nicht zügiger werden und die Kostenbasis sich nicht entspannt.
Die Staatsregierung in München verweist auf zusätzliche Mittel der Wohnraumförderung im Doppelhaushalt 2026/2027 sowie auf Programme zur Entbürokratisierung. Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr sollen finanzielle Anreize und vereinfachte Verfahren private und kommunale Projekte wieder wirtschaftlicher machen. Parallel verlagern sich Investitionen laut Verbänden stärker in Erhalt, Klimaschutz und Modernisierung des Bestands, was Spielräume für klassischen Neubau einengt.
Die Handlungsempfehlungen der Studie zielen auf drei Schwerpunkte: erstens beschleunigte Genehmigungsverfahren und Standardabbau, zweitens zielgenaue Förderung für bezahlbaren Neubau, drittens Maßnahmen zur Senkung der Baukosten – etwa über serielle Bauweisen und angepasste technische Anforderungen. Ob die vorgesehenen Haushaltsmittel und angekündigten Reformen die Lücke spürbar verringern, hängt nach Einschätzung von Fachleuten von der Kosten- und Zinsentwicklung sowie von der Geschwindigkeit der Verwaltungsmodernisierung ab.
Die Zahlen des Bau‑Monitors beruhen auf Modellrechnungen des Pestel‑Instituts, die Annahmen sind offengelegt. Die berichteten Größenordnungen decken sich mit jüngsten Branchenanalysen, die bundesweit einen Rekordmangel an Wohnungen konstatieren und auf die konjunkturelle Bedeutung des Wohnungsbaus verweisen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).