Am 2. September, dem Feiertag der spanischen Exklave Ceuta, haben dort und in zahlreichen Städten Spaniens Tausende Menschen protestiert. Sie forderten mehr Unterstützung für Ceuta und kritisierten die Politik der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez in der Migrations- und Grenzpolitik. In Madrid versammelten sich nach Polizeiangaben rund 50.000 Menschen auf der Plaza de Cibeles; die Stadtverwaltung sprach von deutlich höheren Teilnehmerzahlen.
Die Kundgebungen blieben überwiegend friedlich. Gegen Ende der Versammlung in Madrid kam es jedoch unweit des Congreso de los Diputados zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Nach Angaben der Regierungsvertretung in Madrid wurden vier Personen festgenommen, vier Polizisten erlitten Verletzungen. Sprechchöre wie „Ceuta no se vende“ prägten die Proteste, die in Spanien an mehr als 300 Orten stattfanden, wie spanische Medien berichteten.
Ausgangspunkt ist die seit Wochen angespannte Lage in Ceuta. Dort ist die Zahl der irregulären Einreisen über die Landgrenze zu Marokko seit Ende Juli deutlich gestiegen. Hilfsorganisationen verweisen auf eine teils prekäre humanitäre Situation der Ankommenden, während lokale Behörden und viele Einwohnerinnen und Einwohner der Exklave eine stärkere Präsenz des Staates und schnellere Entlastung fordern.
Mehrere konservative Oppositionspolitiker schlossen sich den Kundgebungen an. Nach Berichten aus Madrid und Ceuta traten der Vorsitzende der Partido Popular, Alberto Núñez Feijóo, und der Chef der Partei Vox, Santiago Abascal, auf und warfen der Regierung Versäumnisse vor. Die Regierung bekräftigte hingegen, sie handle im Rahmen nationaler und europäischer Regelungen und stehe mit den Behörden in Ceuta in engem Kontakt. Unabhängig überprüfbare, landesweit konsistente Teilnehmerzahlen liegen nicht vor; die Schätzungen divergieren je nach Quelle erheblich.
Die Proteste fügen sich in eine breitere Debatte über die Rolle der Europäischen Union und die Verantwortung der Mitgliedstaaten beim Schutz der Außengrenzen ein. Während Befürworter härterer Kontrollen weitreichendere Maßnahmen an der Grenze zu Marokko verlangen, verweisen andere Stimmen auf die Pflicht zur Wahrung von Menschenrechten und auf die Notwendigkeit europäischer Unterstützung für Ceuta und die betroffenen Kommunen. Wie die Regierung in Madrid und die EU die kurzfristige Entlastung vor Ort und mögliche strukturelle Anpassungen in der Migrationspolitik gestalten, ist offen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).